Lektion 1 Warum es die Eingewöhnung gibt
Ziel dieser Lektion: Sie verstehen, was in Ihrem Kind passiert, wenn es in die Kita kommt, und warum eine gute Eingewöhnung Zeit braucht.
Kleine Kinder brauchen eine sichere Bindung, um Neues zu entdecken. Zu Hause sind das Sie. In der Kita muss erst eine Fachkraft diese Rolle übernehmen, und das geht nicht auf Kommando. Die Eingewöhnung ist die Zeit, in der Ihr Kind diese neue Bezugsperson kennenlernt, während Sie als „sicherer Hafen“ noch da sind.
- Ein Kind, das sich sicher fühlt, spielt, isst und schläft in der Kita und lernt dort.
- Ein Kind, das zu schnell allein gelassen wird, ist im Dauerstress, auch wenn es irgendwann aufhört zu weinen.
- Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich Ihr Kind von der Fachkraft trösten lässt, nicht, wenn es nicht mehr weint.
Woran erkennen Sie, dass die Eingewöhnung gelungen ist?
Weinen beim Abschied ist normal und zeigt die Bindung an Sie. Entscheidend ist, dass die Fachkraft Ihr Kind beruhigen kann. Dann ist sie zur sicheren Bezugsperson geworden.
Lektion 2 So läuft die Eingewöhnung ab
Ziel dieser Lektion: Sie kennen die Phasen und wissen, was an welchem Tag auf Sie zukommt.
Die meisten Kitas arbeiten nach dem Berliner Modell, manche nach dem Münchener Modell. Fragen Sie beim Aufnahmegespräch nach.
| Berliner Modell | Münchener Modell | |
|---|---|---|
| Erste Tage | 3 Tage gemeinsam, etwa 1 Stunde, Sie eher passiv | 1 Woche gemeinsam im Alltag, Sie versorgen Ihr Kind selbst |
| Erste Trennung | am 4. Tag, 15 bis 30 Minuten | frühestens in der 2. Woche |
| Dauer | etwa 1 bis 3 Wochen | etwa 4 bis 6 Wochen |
Der Tag der ersten Trennung ist nie ein Montag: Nach dem Wochenende ist die Bindung an Sie besonders frisch, der Versuch sagt dann wenig aus. Je nachdem, wie Ihr Kind reagiert, wird es eine kürzere oder längere Eingewöhnung.
Alle Phasen im Detail: Berliner und Münchener Eingewöhnungsmodell.
Wann findet im Berliner Modell die erste Trennung statt?
Die ersten drei Tage bleiben Sie dabei. Am vierten Tag folgt ein kurzer Trennungsversuch, nie an einem Montag.
Lektion 3 Ihre Rolle als „sicherer Hafen“
Ziel dieser Lektion: Sie wissen, wie Sie sich in der Gruppe verhalten und wie Sie Ihrem Kind den Abschied leichter machen.
In der Gruppe
Beim Abschied
Ihr Kind spielt gerade fröhlich. Sollen Sie sich heimlich hinausschleichen?
Wer heimlich geht, verunsichert sein Kind: Es kann sich dann nie sicher sein, ob Mama oder Papa noch da ist. Ein kurzer, klarer Abschied ist auf Dauer viel leichter.
Lektion 4 Wenn es schwierig wird
Ziel dieser Lektion: Sie wissen, was normal ist, was Sie tun können und wann Sie mit der Kita sprechen sollten.
| Das ist häufig | Das hilft |
|---|---|
| Nach guten ersten Tagen kommen plötzlich Tränen. | Normal: Ihr Kind hat verstanden, dass es jetzt wirklich bleibt. Ruhig weitermachen. |
| Krankheit unterbricht die Eingewöhnung. | Nach der Pause ein, zwei Schritte zurückgehen, also kürzer bleiben. |
| Ihr Kind ist nachmittags sehr müde und anhänglich. | Früher ins Bett, ruhige Nachmittage, viel Nähe |
| Die Bezugsfachkraft fällt aus. | Mit der Kita besprechen, ob die Eingewöhnung pausiert oder eine andere Fachkraft übernimmt |
Sprechen Sie mit der Kita, wenn sich Ihr Kind auch nach Wochen nicht beruhigen lässt, wenn es stark verändert wirkt oder wenn Sie sich unter Zeitdruck gesetzt fühlen. Eine gute Kita passt das Tempo an Ihr Kind an. Mehr dazu: Kind will nicht in die Kita.
Ihr Kind war eine Woche krank. Wie geht es mit der Eingewöhnung weiter?
Nach einer Pause brauchen Kinder oft wieder etwas mehr Sicherheit. Kürzere Zeiten für ein paar Tage helfen, ganz von vorne beginnen muss man meist nicht.
Geschafft! Laden Sie sich unten das Eingewöhnungs-Tagebuch herunter. Darin halten Sie Tag für Tag fest, wie lange Sie da waren und was geholfen hat. Das ist eine gute Grundlage für das Gespräch mit der Bezugsfachkraft.
