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Dokumentation im Kindergarten

Erzieher/innen sind als pädagogische Fachkräfte im Kindergarten auf vielfache Art und Weise gefordert. Neben der eigentlichen Förderung, Erziehung und Betreuung der Kindergartenkinder obliegt ihnen unter anderem auch die Dokumentation der Bildungs- und Entwicklungsprozesse. Hier nehmen Erzieher/innen eine beobachtende Position ein und dokumentieren ihre Beobachtungen.

Für Außenstehende ist es vielfach nicht ersichtlich, welch umfangreiche Dokumentationen im Erzieheralltag anzufertigen sind. Eltern wissen also oftmals gar nicht, was die pädagogischen Fachkräfte alles beobachten und notieren. Gleichzeitig ist angehenden Erzieher/innen teils nicht bewusst, in welchem Maße sie im Arbeitsalltag mit der Bürokratie konfrontiert werden. All diejenigen, die sich intensiver mit dem Alltag im Kindergarten und den anfallenden Aufgaben befassen, erkennen jedoch den Stellenwert der Beobachtungen und Dokumentationen.

Darum sind Dokumentationen im Kindergarten so wichtig

Es stellt sich natürlich die Frage, ob es sein muss, dass Erzieher/innen umfassende Dokumentationen erstellen. Sie könnten ihre Zeit schließlich auch dazu nutzen, mit den Kindern zu spielen oder bestimmte Förderansätze zu verfolgen. Darin besteht schließlich auch die wesentliche Tätigkeit von Erzieher/innen. Nichtsdestotrotz dürfen die Dokumentationen nicht gänzlich außer Acht gelassen werden und haben durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Die Relevanz der Dokumentationen im Kindergarten ergibt sich daraus, dass die Kindergärten und Kindertageseinrichtungen keine reinen Verwahranstalten sind, sondern die Kinder aktiv fördern und in ihrem individuellen Entwicklungsprozess begleiten möchten.

In Anbetracht der Tatsache, dass zahlreiche Kinder in einer einzelnen Kindergartengruppe betreut werden, besteht die große Gefahr, dass Erzieher/innen den Überblick über die persönliche Entwicklung des einzelnen Kindes verlieren. Um dem entgegenzuwirken, sind Beobachtungen und Dokumentationen wichtige Bestandteile des Erzieheralltags.

Obgleich viele Menschen die Kindergärten in einer Dokumentationsfalle sehen, darf die Dokumentation nicht unterschätzt werden. Nur so können individuelle Fortschritte, Defizite und Auffälligkeiten früh erkannt werden, so dass gegebenenfalls erforderliche Fördermaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden können. Gleichzeitig kristallisieren sich auch besondere Talente heraus. Es ist also wichtig, dass die Entwicklung der Kinder im Elementarbereich ausführlich dokumentiert wird.

Darauf kommt es bei Dokumentationen im Kindergarten an

Dass die Dokumentation im Kindergarten nicht zu vernachlässigen ist, steht außer Frage, aber worauf es konkret ankommt, ist vielfach nicht direkt klar. Unabhängig davon, ob man Elternteil oder pädagogische Fachkraft ist, sollte man zumindest ein gewisses Grundverständnis für die Dokumentation im Kindergarten aufbringen. Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass idealerweise verschiedene Verfahren parallel Anwendung finden sollten.

Nur so ergibt sich ein ganzheitliches Bild, das dem vielschichtigen Entwicklungsprozess gerecht werden kann. In der Regel müssen dabei die folgenden Aspekte besonders berücksichtigt werden:

  • Erfassung mehrerer Entwicklungsbereiche
  • Konzentration auf die Aktivitäten und Bildungsprozesse
  • Feststellung etwaiger Entwicklungsrisiken oder -defizite

Im Allgemeinen sollte die Dokumentation im Kindergarten mit geringem Aufwand betrieben werden, um zu vermeiden, dass die Erzieher/innen massenhaft Papierkram zu erledigen haben und dadurch kaum noch dazu kommen, mit den Kindern zu arbeiten.

Nichtsdestotrotz darf das Dokumentieren nicht vernachlässigt werden und muss als wichtiger Bestandteil des Erzieheralltags wahrgenommen werden. Idealerweise existieren im Kindergarten konkrete Vorgaben sowie ein effektives System, so dass die Dokumentationen leicht von der Hand gehen.

Woraus setzen sich die Dokumentationen im Kindergarten zusammen?

Immer wieder kommt die Frage auf, wie die Dokumentationen im Kindergarten aussehen. Hilfreich zu wissen ist dabei, woraus die Dokumentation bestehen kann. Zunächst ist aber festzuhalten, dass systematische Beobachtungen die Basis bilden.

Spontane Beobachtungen dürfen aber auch keinesfalls außer Acht gelassen werden und sind zu berücksichtigen. Nur so ergibt sich ein ganzheitliches Bild, das den Entwicklungsprozessen der Kinder gerecht wird und den Erziehern die Gelegenheit gibt, die Entwicklung ihrer Schützlinge zu dokumentieren.

Wenn es um die Dokumentationsarbeit im Kindergarten geht, sind beispielsweise die folgenden Arbeiten gefordert:

  • Beobachtungsbögen
  • Protokolle
  • Dokumentationsmappen
  • Entwicklungsberichte
  • Portfolios
  • Bildungs- und Lerngeschichten
  • Sprachlern-Tagebücher

Die Länder geben Bildungspläne vor und setzen ein umfassendes Qualitätsmanagement vor, weshalb die Kindergärten dazu gezwungen sind, ausführlich zu dokumentieren. Für die pädagogische Arbeit sind die daraus resultierenden Erkenntnisse von großem Wert, so dass es sich nicht nur um eine von oben auferlegte Pflicht handelt, sondern um eine wichtige Säule des Erzieheralltags.

Wie können sich Erzieher/innen die Dokumentation erleichtern?

Obwohl schnell klar wird, wie wichtig Beobachtungen und Dokumentationen in der Kita sind, empfinden viele Erzieher/innen diesen Teil ihrer Arbeit als überaus lästig. Sie sind Erzieher/innen geworden, weil sie mit Kindern arbeiten möchten. Der Papierkram passt nicht in ihr berufliches Selbstverständnis.

Wer darin aber eine gute Möglichkeit sieht, die Erfolge und Bedürfnisse festzuhalten, kann die Ablehnung ablegen. Zudem gibt es auch Mittel und Wege, die Dokumentationsarbeit zu erleichtern. Punktesysteme, Vorlagen und intensive Schulungen helfen dabei, die Dokumentationen zu vereinfachen.