Ratgeber für Erzieher: Ausbildung, Alltag und Weiterbildung
Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im August 2026
Viele Kindergärten beklagen seit einigen Jahren einen akuten Fachkräftemangel, so dass in vielen Kindertagesstätten Erzieher/innen fehlen. Pädagogische Fachkräfte werden vielerorts händeringend gesucht, was ausgebildete Erzieher/innen in eine vorteilhafte Position bringt. Allerdings stellt sich mitunter auch die Frage, warum im Kindergarten ein so akuter Mangel an Fachkräften besteht.
Auf dieser Seite
- Erzieher/in per Ausbildung oder Umschulung werden
- Aufgaben und Herausforderungen für Erzieher/innen im Kindergartenalltag
- Alternativen zum Erzieherberuf im Kindergarten
- Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher/innen
- Interessante Informationen für Erzieher/innen
- Die Stellung des Erzieher-Berufs
- Darum sind Weiterbildungen für Erzieher/innen so wichtig
- Interne und externe Weiterbildungsmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte
- Wege in den Beruf
- Die pädagogische Arbeit
- Was den Alltag prägt
- Zusammenarbeit mit den Eltern
- Belastung und was hilft
- Praktikum und Ausbildung begleiten
- Häufige Fragen
- Wie lange dauert die Ausbildung zur Erzieherin?
- Kann man ohne Ausbildung in der Kita arbeiten?
- Wird die Ausbildung vergütet?
- Was verdient man als Erzieherin?
- Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
- Wer übernimmt in der Kita die Kinderbetreuung?
Grundsätzlich sollten sich all diejenigen, die den Erzieherberuf erlernt haben oder dies in Betracht ziehen, eingehend mit dem Berufsbild befassen und mitunter auch ähnliche Berufe genauer unter die Lupe nehmen. Hier auf Kindergarten.info werden nicht nur Eltern von Kindergartenkindern fündig, sondern auch (angehende) Erzieher/innen, die hier alles finden, was sie wissen müssen.
Erzieher/in per Ausbildung oder Umschulung werden
Wenn es um eine Laufbahn als pädagogische Fachkraft geht, liegt eine Qualifizierung als staatlich anerkannte/r Erzieher/in nahe. Die Erzieherausbildung findet in schulischer Form an Fachschulen für Sozialpädagogik oder Berufsfachschulen für Sozialwesen statt und sieht zudem ein praktisches Anerkennungsjahr vor, so dass ausgebildete Erzieher/innen über umfassende Kompetenzen verfügen. Nicht zuletzt wegen des akuten Mangels an Fachkräften und Kindergartenplätzen haben aber auch Quereinsteiger gute Chancen und können sich per Umschulung beziehungsweise praxisintegrierter Ausbildung qualifizieren.
Aufgaben und Herausforderungen für Erzieher/innen im Kindergartenalltag
Erzieher/innen sind vor allem in Kindergärten beschäftigt und beaufsichtigen die dort zu betreuenden Kinder. Dabei kommt es nicht nur darauf an, Gefahren von den Kindern fernzuhalten, sondern auch auf eine altersgerechte Förderung der Kinder. Die frühkindliche Entwicklung und Erziehung ist folglich die Kernkompetenz der pädagogischen Fachkräfte, für die Kinder sowie für die Eltern die zentralen Ansprechpartner sind.
Ihnen obliegt die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes, indem sie den Kindern verschiedene Angebote machen, sie in ihrer Entwicklung unterstützen und gleichzeitig einen strukturierten Tagesablauf vorgeben. In erster Linie sollen die Kinder aber sinnvoll und altersgerecht beschäftigt werden. Da im Kindergarten unterschiedlichste Kinder betreut werden, ergeben sich für Erzieher/innen äußerst vielfältige und spannende Arbeitsalltage.
Alternativen zum Erzieherberuf im Kindergarten
Wer Kinder liebt und daher einen pädagogischen Beruf ergreifen möchte, denkt oftmals an ein Lehramtsstudium oder eine Erzieherausbildung. Man muss allerdings nicht zwingend an einer Schule unterrichten oder im Kindergarten arbeiten, um sich selbst zu verwirklichen und im pädagogischen Bereich tätig zu werden. Es gibt durchaus Alternativen zum Erzieherberuf, die Interessierten die Chance geben, abseits der Kindergärten mit Kindern zu arbeiten. Nachfolgend findet sich eine kurze Übersicht über interessante Alternativen:
- Tagesmutter beziehungsweise Tagesvater
- Babysitter
- Nanny
Eine abgeschlossene Ausbildung als Erzieher/in ist dabei zumeist kein Muss, aber dennoch überaus sinnvoll, schließlich bietet sie eine umfassende Qualifikation. Erzieher/innen, die aus dem Kindergartenalltag aussteigen möchten, und auch Quereinsteiger sollten die Alternativen zu einer Tätigkeit als Erzieher/in im Kindergarten folglich ernst nehmen.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher/innen
Menschen, die als Erzieher/in zwar beruflich ihre Erfüllung gefunden haben, aber zugleich Karriere im Kindergarten machen möchten, sollten zu gegebener Zeit über eine Weiterbildung beziehungsweise Fortbildung nachdenken. Zusätzliche Qualifikationen können unter anderem sein:
- Fachwirt/in im Erziehungswesen
- Pädagogikstudium
- Betriebswirt/in im Sozialwesen
- Qualitätsbeauftragte/r im Gesundheits- und Sozialwesen
Mehr Verantwortung sowie ein höheres Gehalt sind das Resultat des Engagements, das Erzieher/innen in eine Weiterbildung stecken. Vor allem die Notwendigkeit eines massiven Ausbaus des Betreuungsangebots verschafft ambitionierten pädagogischen Fachkräften vielfältige Perspektiven, die es mithilfe weiterer Qualifizierungen zu nutzen gilt.
Interessante Informationen für Erzieher/innen
Erzieher/innen, die sich ein genaues Bild von ihren beruflichen Möglichkeiten und der Situation auf dem Arbeitsmarkt machen möchten, können eine Berufsberatung in Anspruch nehmen und/oder online recherchieren. Zahlreiche Webseiten, wie zum Beispiel auch Kindergarten.info, widmen sich dem Thema Kindergarten und setzen sich zugleich mit dem Erzieherberuf auseinander. Dabei zeigen sie Einstiegschancen auf und informieren Erzieher/innen außerdem über verschiedene Kindergarten-Konzepte, Spielideen und auch Aufstiegsmöglichkeiten. Wer Kinder liebt und als pädagogische Fachkraft durchstarten möchte, wird für sein Engagement mitunter auch in Form eines höheren Verdienstes belohnt.
Die Stellung des Erzieher-Berufs
Unabhängig davon, ob es um eine Ausbildung, Umschulung oder Weiterbildung geht, sollte Interessierten klar sein, dass der Beruf des Erziehers nicht nur darin besteht, mit den Kindern zu spielen. Dass der Beruf für Außenstehende diesen Anschein erweckt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um weitaus mehr geht. Eine professionelle Kinderbetreuung geht mit einem hohen Maß an Verantwortung einher, erfordert fundiertes pädagogisches Wissen und setzt zudem eine hohe Belastbarkeit voraus. Erzieher/innen verdienen folglich die Wertschätzung der gesamten Gesellschaft. Vor allem in Anbetracht des akuten Mangels an pädagogischen Fachkräften bei gleichzeitig steigendem Betreuungsbedarf ist die Bedeutung des Erzieher-Berufs nicht zu unterschätzen.
In den vergangenen Jahren hat sich die Personalsituation im Erziehungswesen teilweise dramatisch verschärft. Erzieher/innen werden daher händeringend gesucht und verfügen über gute Berufsaussichten. Auch Menschen, die nicht in diesem Segment tätig sind, bekommen dies immer häufiger zu spüren, denn in Ermangelung von Kita-Plätzen müssen Eltern entweder auf Alternativen ausweichen oder ihre beruflichen Pläne vorerst auf Eis legen, weil sie keine Betreuung für ihren Nachwuchs haben.
Darum sind Weiterbildungen für Erzieher/innen so wichtig
Die guten Berufsaussichten für Erzieher/innen sorgen dafür, dass zahlreiche Jobs zur Verfügung stehen und im Vergleich zu anderen Berufszweigen ein deutlich geringerer Konkurrenzkampf unter den Bewerberinnen und Bewerbern um eine Stelle besteht. Folglich könnte man annehmen, zusätzliche Qualifikationen seien nicht erforderlich. Dass man sich durch die eine oder andere Weiterbildung von Mitbewerbern abheben und so seine Chancen steigern kann, steht außer Frage, ist aber nicht der einzige Grund, der für die Inanspruchnahme der Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher/innen spricht. Wer den Beruf des Erziehers voller Leidenschaft ausübt, hat hohe Ansprüche an die eigenen Leistungen und vielfach den Wunsch, die vorhandenen Kompetenzen weiter auszubauen. Dass dadurch mitunter auch ein Aufstieg auf der Karriereleiter begünstigt werden kann, ist ein weiteres Argument für eine Weiterbildung als Erzieher/in.
Für die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher/innen kann die Situation auf dem Arbeitsmarkt kaum gelten, schließlich werden pädagogische Fachkräfte dringend benötigt und müssen daher nicht zwingend mit zusätzlichen Qualifikationen auftrumpfen können. Diese schaden aber auch nicht und können für spannende Perspektiven im Umfeld des Erziehungswesens sorgen. An Motivation dürfte es Erzieherinnen und Erziehern also nicht mangeln, wenn es um eine Fortbildung geht.
Interne und externe Weiterbildungsmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte
Erzieher/innen, die die Chancen einer Weiterbildung schätzen und die entsprechenden Möglichkeiten nutzen möchten, sollten sich zunächst einen Überblick verschaffen. Seminare, Fortbildungen und sogar berufsbegleitende Studiengänge stehen hier zur Auswahl und dienen der Kompetenzerweiterung. Wer beruflich mehr erreichen möchte, sollte folglich aktiv werden und nach geeigneten Qualifikationen Ausschau halten. Diese werden üblicherweise extern und aus Eigeninitiative absolviert. Es liegt somit im Ermessen der pädagogischen Fachkraft, ob und wie sie sich in ihrer Freizeit weiterbildet.
Darüber hinaus sind interne Schulungen im pädagogischen Bereich ebenfalls weit verbreitet. In den Kindertagesstätten und sonstigen Einrichtungen herrscht ein großes Bewusstsein für die Relevanz des Qualifikationsprofils. So ist es häufig der Fall, dass seitens der Kita-Leitung eine kurze Weiterbildung einmal jährlich durchgeführt wird. Diese kann direkt in der Kita stattfinden oder in externen Schulungsräumen. Häufig schließt der Kindergarten dafür für ein paar Tage, so dass sich die Erzieher/innen voll und ganz auf die interne Weiterbildung konzentrieren können.
Der Arbeitsalltag von Erziehern besteht nicht nur aus lustigen Spielen, sondern verlangt ihnen einiges ab. Aus diesem Grund sind regelmäßige Weiterbildungen sehr wichtig. Dass man die internen Angebote des Arbeitgebers wahrnimmt, ist eine Selbstverständlichkeit. Ergänzend sollte man aber auch über eine externe Weiterbildung nachdenken.
Wege in den Beruf
Der klassische Weg führt über die schulische Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin oder zum Erzieher, meist an einer Fachschule für Sozialpädagogik. Daneben haben sich weitere Wege etabliert: die praxisintegrierte Ausbildung mit Vergütung von Beginn an, die berufsbegleitende Ausbildung für Quereinsteigende und ein Studium der Kindheitspädagogik.
Wer aus einem anderen Beruf kommt, findet Wege über eine Umschulung zum Erzieher. Für bereits Ausgebildete lohnt der Blick auf Weiterbildungen - etwa zur Fachkraft für Sprachförderung, für Inklusion oder in Richtung Leitung.
Die pädagogische Arbeit
Was im Alltag geschieht, folgt dem Bildungsplan des jeweiligen Landes und der Konzeption des Hauses. Zwei Aufgaben ziehen sich durch:
- Beobachten und dokumentieren. Systematische Beobachtung ist die Grundlage jeder Förderung. Welche Verfahren es gibt und was rechtlich gilt, steht unter Dokumentation im Kindergarten.
- Das eigene Handeln prüfen. Reflexion im Team verhindert, dass sich Routinen dort verfestigen, wo sie nicht mehr passen - siehe Reflexionsmethoden.
Fachlich geht es um die Grundlagen, auf denen später der Unterricht aufbaut: Sprache, Bewegung, Konzentration und soziale Fähigkeiten. Welche das im Einzelnen sind, beschreibt der Beitrag Basiskompetenzen bei Kindern; die Schreibvorbereitung behandelt Graphomotorik.
Was den Alltag prägt
Neben der Arbeit mit den Kindern fällt eine Menge an, das von aussen kaum sichtbar ist:
| Aufgabe | Worum es geht |
|---|---|
| Beobachtung | systematisch und spontan festhalten, wie sich ein Kind entwickelt |
| Portfolio | Sammlung für jedes Kind, die ihm gehört und am Ende mitgegeben wird |
| Vorbereitung | Angebote planen, Material besorgen, Räume herrichten |
| Elterngespräche | Aufnahme, Entwicklung, gelegentlich Konflikte |
| Teamarbeit | Absprachen, Fallbesprechungen, Fortschreibung der Konzeption |
| Kinderschutz | Verfahren kennen und anwenden, wenn ein Verdacht besteht |
Für diese Arbeit ist Verfügungszeit vorgesehen - Stunden, die nicht in der Gruppe verbracht werden. In der Praxis fällt sie bei Personalmangel als Erstes weg. Wer sie im Dienstplan verankert, schützt sie am wirksamsten.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Ein erheblicher Teil der Arbeit findet nicht mit den Kindern statt, sondern mit ihren Familien: Aufnahme- und Entwicklungsgespräche, Elternabende, Tür-und-Angel-Gespräche und gelegentlich Konflikte. Grundlage jedes Gesprächs sind konkrete Beobachtungen - damit belegt man statt zu behaupten. Mehr dazu unter Elternarbeit.
Belastung und was hilft
Lärm, Personalmangel, Krankheitswellen und hohe Erwartungen machen den Beruf anstrengend. Was sich in der Praxis bewährt hat:
- Kollegiale Fallberatung. Ein schwieriger Fall wird strukturiert und mit verteilten Rollen besprochen, statt ihn allein zu tragen.
- Klare Zuständigkeiten. Wer für welches Kind Bezugsfachkraft ist, entlastet alle anderen.
- Reflexion mit Ergebnis. Ein Protokoll mit drei Spalten - beobachtet, geschlossen, geändert - verhindert, dass dieselbe Frage jedes Quartal neu verhandelt wird.
- Strukturelles benennen. Wiederkehrende Themen sind selten ein Teamproblem, sondern meist ein Hinweis auf zu wenig Personal oder zu enge Räume. Das gehört zur Leitung und zum Träger.
Praktikum und Ausbildung begleiten
Viele Einrichtungen bilden aus. Für Praktikantinnen und Praktikanten ist eine feste Anleitung vorgesehen, die Beobachtungen mit ihnen bespricht und die Berichte begleitet. Worauf es dabei ankommt, steht unter Praktikumsbericht Kindergarten.
Wer übernimmt in der Kita die Kinderbetreuung?
Eltern, die ihren Nachwuchs in einer Kita betreuen lassen, sollten natürlich wissen, wer sich dort um ihr Kind kümmert. Daher ist es wichtig, die Betreuungskräfte kennenzulernen. Im Rahmen der Eingewöhnung ergibt sich vielfach die Gelegenheit dazu, so dass die Kita-Mitarbeiter/innen nicht mehr vollkommen fremd sind. Zudem sollten Mütter und Väter auch die Qualifikation der pädagogischen Kräfte hinterfragen, denn es handelt sich dabei längst nicht nur um Erzieher/innen.

Darüber hinaus sind auch Kindheitspädagogen/Kindheitspädagoginnen, Sozialpädagogen/Sozialpädagoginnen, Kinderpfleger/innen, Sozialassistenten/Sozialassistentinnen sowie mitunter Hilfskräfte in Kindertagesstätten tätig. Das pädagogische Personal kommt oft sehr vielfältig daher und besteht längst nicht nur aus Erzieher/innen, obgleich diese zumeist im Fokus stehen.
Kitas vor Ort finden
Das Verzeichnis führt 62.671 Kindergärten und Kitas in 8.054 Orten - mit Anschrift und auf der Karte. Die grössten Städte:
Themen im Überblick
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zur Erzieherin?
Die schulische Ausbildung dauert in der Regel drei bis fünf Jahre, je nach Bundesland, Vorbildung und Ausbildungsform. Die praxisintegrierte Variante dauert meist drei Jahre.
Kann man ohne Ausbildung in der Kita arbeiten?
Als Fachkraft nein. Es gibt aber Wege über Ergänzungskräfte, Praktika und Freiwilligendienste, die häufig als Einstieg in eine Ausbildung dienen.
Wird die Ausbildung vergütet?
Bei der praxisintegrierten Ausbildung und der Umschulung in der Regel ja, bei der rein schulischen Ausbildung häufig nicht. Die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland und Träger.
Was verdient man als Erzieherin?
Bei kommunalen und kirchlichen Trägern richtet sich das Gehalt nach Tarif, bei privaten Trägern nach Vereinbarung. Berufserfahrung, Zusatzaufgaben und Leitungsfunktionen wirken sich deutlich aus.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?
Verbreitet sind Leitung und stellvertretende Leitung, Fachberatung sowie Spezialisierungen etwa für Sprache, Inklusion oder Krippenpädagogik. Ein Studium der Kindheitspädagogik öffnet weitere Wege.
