Lektion 1 Wie Sprache wächst
Ziel dieser Lektion: Sie wissen, wie sich Sprache in den ersten Jahren entwickelt und warum Kinder sie vor allem im Gespräch lernen.
Kinder lernen sprechen nicht durch Üben, sondern durch Beziehung und Gespräch: Jemand hört zu, antwortet, benennt, was gerade passiert. Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo. Grobe Orientierung:
| Alter | Häufig zu beobachten |
|---|---|
| um 1 Jahr | erste Wörter wie „Mama“, „ab“, „da“; versteht viel mehr, als es sagt |
| um 2 Jahre | rund 50 Wörter und mehr, erste Zweiwortsätze („Ball haben“) |
| um 3 Jahre | einfache Sätze, viele Fragen („Warum?“), Fremde verstehen es meist |
| um 4 bis 5 Jahre | erzählt kleine Geschichten, Grammatik wird sicherer; einzelne Laute wie „sch“ dürfen noch fehlen |
Wann zur Kinderärztin? Spricht ein Kind mit zwei Jahren weniger als etwa 50 Wörter und verbindet noch keine zwei Wörter, sollten Sie das bei der U7 (21. bis 24. Monat) ansprechen. Ebenso, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind schlecht hört oder wenig versteht. Frühe Abklärung schadet nie.
Wie lernen kleine Kinder Sprache am besten?
Sprache wächst in echten Gesprächen. Bildschirme können das nicht ersetzen, und ständiges Korrigieren nimmt die Lust am Sprechen.
Lektion 2 Vorlesen, aber richtig
Ziel dieser Lektion: Sie machen aus dem Vorlesen ein Gespräch, das die Sprache Ihres Kindes besonders stark fördert.
Am meisten bringt dialogisches Vorlesen: Das Buch ist Anlass für ein Gespräch, nicht nur Text zum Vorlesen.
Ihr Kind sagt beim Bilderbuch „Auto!“. Was fördert die Sprache am meisten?
Aufgreifen, ein Wort ergänzen und eine offene Frage stellen: So hört Ihr Kind neue Wörter und bekommt Lust weiterzusprechen.
Lektion 3 Sprache im Alltag
Ziel dieser Lektion: Sie nutzen ganz normale Situationen wie Anziehen, Kochen und Einkaufen als Sprachanlass, ohne zusätzlichen Aufwand.
- Handlungen begleiten: „Jetzt ziehen wir die Socken an. Erst die rote, dann die blaue.“
- Korrektives Feedback: Statt „Das heißt nicht ‚gegeht‘!“ besser „Ah, du bist zum Spielplatz gegangen.“ Die richtige Form hört das Kind nebenbei.
- Warten: Nach einer Frage ein paar Sekunden Pause, damit Ihr Kind antworten kann.
- Lieder, Reime, Fingerspiele: Rhythmus und Wiederholung helfen beim Lernen von Lauten und Silben.
- Bildschirmzeit klein halten: Gerade unter drei Jahren ersetzt kein Video das Gespräch.
Zehn Sprachspiele ohne Material stehen im Arbeitsblatt zu diesem Kurs (unten zum Herunterladen).
Ihr Kind sagt: „Ich habe gegesst.“ Wie reagieren Sie am besten?
Die richtige Form nebenbei wiederholen und das Gespräch weiterführen: Ihr Kind hört die Korrektur, ohne sich verbessert zu fühlen.
Lektion 4 Mehrsprachig aufwachsen
Ziel dieser Lektion: Sie wissen, wie mehrsprachige Familien ihr Kind gut begleiten und was Kita und Land beitragen.
In vielen Ländern wird der Sprachstand in der Kita oder vor der Einschulung erfasst, und Kinder mit Förderbedarf bekommen zusätzliche Sprachförderung. Mehr dazu unter Sprachförderung im Kindergarten und Fremdsprachen im Kindergarten.
Sollen Eltern mit ausländischer Muttersprache zu Hause lieber Deutsch sprechen?
Eltern sind das beste Sprachvorbild in ihrer stärksten Sprache. Deutsch lernt das Kind in Kita und Umfeld dazu. Eine gute Erstsprache ist dafür eine Hilfe, kein Hindernis.
Geschafft! Laden Sie sich unten die Sprachspiele für jeden Tag herunter: zehn Ideen ohne Material und ein Wochenplan zum Ausfüllen.
