Sprachförderung im Kindergarten: Methoden im Alltag

Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im August 2026

Im Kindergarten wird den Kindern eine frühe Förderung zuteil, die ihrer Entwicklung nachhaltig zugutekommen soll und unter anderem auch auf eine Sprachförderung setzt. Die Sprache ist das zentrale Kommunikationsmittel des Menschen und dementsprechend für die Entwicklung eines jeden Kindes essentiell. Grundsätzlich sind es vor allem die Eltern, die ihren Nachwuchs bei der Entdeckung der Muttersprache begleiten. Dass Mama und Papa typischerweise die ersten Worte sind, die ein kleines Kind über die Lippen bringt, ist folglich nicht verwunderlich.

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Innerhalb weniger Monate baut das Kind dann einen beachtlichen Wortschatz auf und ist mit zwei oder drei Jahren in der Lage, Gespräche zu führen. Anhand der sprachlichen Entwicklung werden die Fortschritte, die ein Kind macht, mehr als deutlich. Doch nicht jedes Kind bewältigt die Sprachentwicklung vollkommen problemlos, weshalb die Sprachförderung unter anderem im Kindergarten immer wieder thematisiert wird.

Logopädin zeigt einem Kind einen Buchstaben

Definition Sprachförderung

Unter der Sprachförderung versteht man im Allgemeinen die gezielte Förderung der sprachlichen Entwicklung eines Kindes, das im Vergleich zu Gleichaltrigen einen entsprechenden Rückstand aufweist. Im Rahmen der Sprachförderung finden dann verschiedene Maßnahmen statt, die den Kindern oder Jugendlichen zu einem besseren sprachlichen Niveau verhelfen sollen.

Im Idealfall setzt eine erforderliche Sprachförderung schon früh ein, weshalb sie vor allem im Kindergarten stattfindet. Kinder im Vorschulalter sollen hier in ihrer sprachlichen Entwicklung so gefördert werden, dass sie zu Gleichaltrigen aufholen und im Idealfall in der Schule keine Nachteile erleben.


Ziele, Methoden und Konzepte der Sprachförderung im Kindergarten

Die Sprachförderung im Elementarbereich hat es sich somit zum Ziel gemacht, Defizite in der sprachlichen Entwicklung der Kinder zu beseitigen. Nach entsprechenden Maßnahmen soll das Kind in seiner sprachlichen Entwicklung nicht mehr zurückliegen. Grundsätzlich ist die Sprachentwicklung ohnehin ein wichtiges Thema im Kindergarten, da alle Kinder hier während ihrer Kindergartenzeit enorm viel lernen.

Im Bedarfsfall und bei entsprechender Ausstattung der Kita können zusätzlich noch separate Einheiten auf dem Gebiet der Sprachförderung in Kleingruppen stattfinden. Lieder, Gedichte, Erzählrunden und Sprachlernspiele machen die Sprachförderung zu spielerischen Elementen des Kindergartenalltags. Wortschatz, Ausdruck und Grammatik stehen im Mittelpunkt einer solchen Sprachförderung, die auch durch Rollenspiele und korrektives Feedback vorangetrieben wird.


Material kaufen für die Sprachförderung im Kindergarten

Die Sprachförderung ist ein überaus komplexes Thema, mit dem pädagogische Fachkräfte im Kindergarten immer wieder konfrontiert werden. Die Erzieher/innen tragen diesbezüglich viel Verantwortung und tragen maßgeblich zur Sprachkompetenz der Kinder bei. Hier setzen sie nicht nur ihr fundiertes Fachwissen ein, sondern greifen auch immer wieder auf umfangreiches Material zur Sprachförderung zurück.

Dieses gibt ihnen Impulse für die Sprachförderung und ist im Fachhandel erhältlich. Darüber hinaus steht Material zur Sprachförderung im Elementarbereich auch oftmals zum kostenfreien Download bereit. Auch für Eltern betroffener Kinder dürfte dies interessant sein, denn anhand der Materialien gewinnen sie einen Eindruck von der richtigen Sprachförderung und können so auch daheim diverse Sprachübungen durchführen, um die sprachliche Entwicklung des eigenen Kindes nachhaltig zu fördern.


Alltagsintegriert statt im Sonderprogramm

Die Fachwelt ist sich weitgehend einig: Sprachförderung wirkt am besten, wenn sie im Alltag stattfindet und nicht in einer wöchentlichen Fördereinheit auf dem Flur. Kinder lernen Sprache in echten Situationen, in denen sie etwas mitteilen wollen - beim Essen, beim Anziehen, beim Bauen.

Bewährte Techniken, die Fachkräfte dabei nutzen:

  • Handlungsbegleitendes Sprechen. Die Fachkraft beschreibt, was gerade geschieht - „Ich ziehe dir jetzt den linken Schuh an."
  • Korrektives Feedback. Falsch Gesagtes wird nicht verbessert, sondern richtig wiederholt: „Ich hab gemalt" - „Ja, du hast gemalt."
  • Offene Fragen. „Was passiert, wenn…" statt Fragen, auf die ein Nicken genügt.
  • Warten. Nach einer Frage einige Sekunden schweigen. Viele Kinder brauchen diese Zeit, und Erwachsene füllen sie zu schnell.
  • Dialogisches Vorlesen. Das Buch wird zum Gespräch, nicht zum Vortrag.

Mehrsprachig aufwachsende Kinder

Eine gut entwickelte Erstsprache ist keine Konkurrenz zum Deutschen, sondern seine Grundlage. Familien sollten deshalb ausdrücklich ermutigt werden, zu Hause ihre Sprache zu sprechen - und zwar die, die sie am besten beherrschen. Ein gebrochenes Deutsch zu Hause hilft weniger als eine reiche Erstsprache.

Für die Einschätzung mehrsprachiger Kinder gibt es eigene Beobachtungsverfahren, etwa SISMIK. Eine Übersicht steht unter Dokumentation im Kindergarten.


Sprachstandserhebung vor der Schule

Mehrere Bundesländer erheben vor der Einschulung den Sprachstand und knüpfen daran verpflichtende Förderung - teils auch für Kinder, die keine Kita besuchen. Verfahren, Zeitpunkt und Folgen unterscheiden sich je Land erheblich; Auskunft geben Kita, Schulamt und Gesundheitsamt.


Wann mehr nötig ist

Von einer Sprachförderung im pädagogischen Sinn zu unterscheiden ist die Sprachtherapie. Bei Verdacht auf eine Störung - etwa wenn ein Kind kaum verständlich spricht, stark stottert oder mit vier Jahren nur wenige Wörter nutzt - führt der Weg über die Kinderärztin zur logopädischen Abklärung. Die Kita kann dabei mit ihren Beobachtungen unterstützen, aber keine Diagnose stellen.


Häufige Fragen

Was heißt alltagsintegrierte Sprachförderung?

Förderung findet in echten Alltagssituationen statt statt in einer gesonderten Fördereinheit. Sie gilt als wirksamer, weil Kinder dabei tatsächlich etwas mitteilen wollen.

Sollen wir zu Hause Deutsch sprechen?

Sprechen Sie die Sprache, die Sie am besten beherrschen. Eine gut entwickelte Erstsprache ist die Grundlage für den Zweitspracherwerb, kein Hindernis.

Wann ist Logopädie nötig?

Bei Verdacht auf eine Sprachstörung - etwa kaum verständliches Sprechen oder sehr geringer Wortschatz im vierten Lebensjahr. Der Weg führt über die Kinderärztin.

Was passiert bei der Sprachstandserhebung?

Mehrere Länder prüfen vor der Einschulung den Sprachstand und ordnen bei Bedarf Förderung an. Verfahren und Folgen unterscheiden sich je Bundesland.