Waldorf Spielzeug

Von der kindergarten.info-Redaktion

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begründete Rudolf Steiner die Waldorfpädagogik, die seither bis heute Bestand hat und darauf abzielt, der Kreativität der Kinder freien Lauf zu lassen und zugleich die ganzheitliche Entwicklung zu fördern. Waldorf-Kindergärten schaffen hier eine solide Grundlage und werden von entsprechend geschulten Erzieher/innen geführt.

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In seinem Aufsatz „Die Erziehung des Kindes“ ging Steiner unter anderem auch auf adäquate Materialien im Rahmen der Waldorfpädagogik ein und beschrieb unter anderem eine Zipfelpuppe aus einer Serviette. Modernes Waldorf-Spielzeug bietet aber weitaus mehr und ist in einer großen Bandbreite erhältlich.

Die grundlegenden Prinzipien der Waldorfpädagogik finden dabei jedoch stets Beachtung, so dass entsprechende Spielzeuge aus echten und naturnahen Materialien bestehen. Zudem sollte das Spielzeug eine hohe Praxistauglichkeit aufweisen, schließlich handelt es sich dabei um das Werkzeug, das die Kinder nicht nur zum Zeitvertreib, sondern zur freien Entfaltung und Entwicklung nutzen. Qualität und ein pädagogisches Konzept schaffen so die Basis für ansprechendes Waldorf-Spielzeug.

Tierfiguren aus hellem Holz

Pädagogisch wertvolles Spielzeug in der Waldorfpädagogik

Mit seiner Reformpädagogik schuf Rudolf Steiner seiner Zeit ein neues pädagogisches Konzept, das bereits seit einigen Jahrzehnten im Einsatz ist und vor allem in Waldorfkindergärten verwendet wird. Dabei spielen unter anderem die folgenden Kriterien entscheidende Rollen:

  • Vielfalt
  • soziale Verträglichkeit
  • Alltäglichkeit
  • Wahrhaftigkeit
  • Praxistauglichkeit

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte lässt sich beurteilen, ob es sich bei dem vorliegenden Spielzeug um gutes Waldorf-Material handelt. Diverse Online-Shops und auch der Fachhandel vor Ort halten eine große Bandbreite an speziellem Waldorf-Spielzeug bereit, das nicht nur den genannten Ansprüchen genügt, sondern typischerweise der Waldorfpädagogik entsprechend konzipiert wurde.

Lernspiele, die die Experimentierfreude der Kinder anregen und ihnen zugleich ihre eigenen Sinne sowie kognitiven Fähigkeiten näherbringen, kommen ebenso wie simple Bauklötze aus Holz zum Einsatz. Legespiele, Puppen und Spieltücher fallen ebenfalls in den Bereich der Waldorf-Spielzeuge und geben den Kindern die Gelegenheit, sich auszuprobieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt jedoch im Bereich der Rollenspiele, die den Kindern die Möglichkeit geben, in andere Rollen zu schlüpfen und so sich selbst besser kennenzulernen. Zu diesem Zweck finden sich die folgenden Dinge in einem typischen Waldorf-Kindergarten:

  • Verkleidungen
  • Kinderküche
  • Kaufladen

Die Spielsachen sollen das Kind zum aktiven Spiel anregen und gleichzeitig für eine altersgerechte Förderung sorgen. Nebenbei erwerben die Kinder auch dank der Spielsachen vielfältige Kompetenzen, die für das gesamte Leben essentiell sind.

Waldorf-Spielzeug für Zuhause kaufen

Dass entsprechende Spielzeuge in Waldorf-Kindergärten vorzufinden sind und sich als wichtige Elemente des Kindergartenalltags erweisen, ist nicht weiter verwunderlich. Dass Kinder, die einen Kindergarten besuchen, der der Waldorfpädagogik von Rudolf Steiner folgt, tagtäglich mit Waldorf-Spielzeug in Berührung kommen und sich so immer wieder intensiv damit beschäftigen, liegt in der Natur der Sache.

Viele Eltern möchten ihrem Nachwuchs aber auch Zuhause die bestmögliche Förderung zuteilwerden lassen und kaufen daher Waldorf-Spielzeug für daheim. Insbesondere online werden sie diesbezüglich fündig und können aus einer großen Vielzahl an Waldorf-Spielzeugen auswählen. Attraktive Preise tragen ebenfalls zur Attraktivität der Spielsachen bei, so dass es sich nicht nur für Kinder, die einen Waldorf-Kindergarten besuchen, anbietet, auf Waldorf-Spielzeug zu setzen.


Der Gedanke dahinter

Waldorf-Spielzeug ist bewusst unfertig. Eine Puppe ohne ausgearbeitetes Gesicht kann lachen oder traurig sein - das entscheidet das Kind, je nachdem, was es gerade spielt. Ein Gesicht mit fester Miene legt die Stimmung dagegen fest.

Dasselbe Prinzip gilt für alles andere: Tücher statt Kostüme, Wurzeln und Klötze statt ausmodellierter Fahrzeuge, Wolle und Holz statt Kunststoff. Je weniger ein Gegenstand vorgibt, desto mehr muss das Kind hinzudenken.

Typische Materialien

  • Tücher in gedeckten Farben - Umhang, Dach, Fluss, Bettdecke
  • Bausteine aus Astscheiben, unregelmäßig statt genormt
  • Puppen aus Naturmaterial, mit angedeutetem Gesicht
  • Wachsblöcke und Aquarellfarben statt Filzstifte
  • Jahreszeitentisch mit Fundstücken von draußen

Was daran umstritten ist

Kritik gibt es an zwei Punkten: Die gedeckten Farben und der Verzicht auf klare Formen werden als Vorgabe empfunden - also als genau das, was der Ansatz vermeiden will. Und die Materialien sind teuer, obwohl die Idee dahinter gerade nicht auf Anschaffungen zielt.

Beides lässt sich umgehen: Ein Stapel alter Bettlaken, Astscheiben aus dem Wald und eine Kiste Wolle kosten fast nichts und erfüllen denselben Zweck. Zum Ansatz insgesamt siehe Waldorf-Kindergarten.


Häufige Fragen

Warum haben Waldorfpuppen kein Gesicht?

Damit das Kind selbst bestimmt, ob die Puppe gerade lacht oder traurig ist. Ein ausgearbeitetes Gesicht legt die Stimmung fest.

Muss es gekauftes Waldorf-Material sein?

Nein. Alte Bettlaken, Astscheiben und Wolle erfüllen denselben Zweck und kosten fast nichts.