Weiterbildung Erzieher
Von der kindergarten.info-Redaktion
Menschen, die einerseits als Erzieher/in im Kindergarten ihre Erfüllung gefunden haben, andererseits aber auch Karriere machen möchten, sollten es nicht nur auf der klassischen Erzieherausbildung beruhen lassen, sondern auch die eine oder andere Erzieher-Weiterbildung ins Auge fassen. Die staatliche Anerkennung als Erzieher/in ist ohne Frage überaus wertvoll und eine solide Basis, doch erst durch zusätzliche Qualifikationen kann man weiter auf der Karriereleiter aufsteigen.
Auf dieser Seite
- Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher/innen
- Aufstiegsfortbildungen für Erzieher/innen
- Fachwirt/in im Erziehungswesen
- Motopädin/Motopäde
- Fachlehrer/in für Sonderschulen
- Betriebswirt/in im Sozialwesen
- Weitere Weiterbildungen für Erzieher/innen
- Fernkurse für Erzieher/innen
- Berufsbegleitendes Studium als Erzieher-Weiterbildung
- Per Weiterbildung Erzieher/in werden
- Die Vorteile von Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte
- 5 Tipps für eine aussichtsreiche Karriere im pädagogischen Bereich
- Wo erhalten Interessierte Informationen über Weiterbildungen für Erzieher/innen?
- Wie lassen sich die Kosten einer pädagogischen Weiterbildung finanzieren?
- Wie anerkannt sind Fortbildungen für Erzieher/innen?
- Achtung! Tipp aus der Redaktion
- Nutzen Sie aktuelle Stellenangebote als Orientierungshilfen!
- Vier Richtungen, in die es gehen kann
- Wer das bezahlt
- Worauf bei der Auswahl zu achten ist
- Häufige Fragen
- Welche Weiterbildung lohnt sich am meisten?
- Zahlt der Arbeitgeber die Weiterbildung?
- Brauche ich die Praxisanleitung?
In Zusammenhang mit einer Weiterbildung für Erzieher/innen geht es aber längst nicht nur um berufliche Ambitionen, sondern auch um eine fachliche Weiterentwicklung, die damit einhergehen soll. Bessere Karrierechancen und höhere Verdienstmöglichkeiten sind ohne Frage große Anreize für eine Weiterbildung als Erzieher/in, zugleich stehen aber auch weitere Kompetenzen als pädagogische Fachkraft im Fokus.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher/innen
Bei der grundlegenden Qualifizierung als Erzieher/in ergeben sich keine großartigen Wahlmöglichkeiten, denn die Ausbildung findet typischerweise an Fachschulen für Sozialpädagogik statt und endet mit der staatlichen Anerkennung. Wer diese bereits in der Tasche hat und nicht nur praktische Erfahrungen im Beruf, sondern auch weitere Qualifikationen sammeln möchte, hat dahingegen mehr oder weniger die Qual der Wahl.
Dies ist aber keineswegs ein Nachteil, sondern zeugt vielmehr von der Vielfalt der Pädagogik und eröffnet Erzieher/innen im Laufe ihres beruflichen Werdeganges vielversprechende Perspektiven. Um alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können, bedarf es vorab jedoch einer umfassenden Recherche. Wer diese nicht scheut, kann im Kindergarten oder einer anderen Einrichtung aus dem Elementarbereich Karriere machen.
Aufstiegsfortbildungen für Erzieher/innen
Aufstiegsfortbildungen bauen auf der abgeschlossenen Ausbildung sowie einschlägiger Berufspraxis auf und heben die Qualifizierung des Absolventen auf die nächste Stufe. Auch ausgebildete Erzieher/innen haben im Rahmen einer solchen Weiterbildung die Chance, einen höheren Berufsabschluss zu erlangen und so ihren Karrierepfad zielgerichtet fortzusetzen.
Fachwirt/in im Erziehungswesen
Der Fachwirt im Erziehungswesen ist eine dieser Aufstiegsfortbildungen für Erzieher und qualifiziert diese für verantwortungsvolle Führungsaufgaben. Das Spektrum reicht von der Organisation über das Marketing bis hin zum Personalmanagement.
Motopädin/Motopäde
Motopäden kümmern sich um Kinder, die Bewegungs- und/oder Wahrnehmungsstörungen zeigen und dementsprechend Defizite aufweisen. Als Erzieher/in beispielsweise im Kindergarten begegnet man immer wieder solchen Kindern, denen man nach der Weiterbildung zur Motopädin durch individuell angepasste Förderangebote helfen kann.
Fachlehrer/in für Sonderschulen
Erzieher/innen können sich mithilfe der Weiterbildung zum Fachlehrer für Sonderschulen vom Kindergarten verabschieden und anschließend an Schulen Kinder und Jugendliche mit körperlicher oder geistiger Behinderung sonderpädagogisch begleiten.
Betriebswirt/in im Sozialwesen
Betriebswirtinnen und Betriebswirte im Sozialwesen sind im sozialen Bereich tätig, treten dort aber nicht als pädagogische Fachkräfte auf, sondern übernehmen vor allem organisatorische Führungsaufgaben. Rechnungswesen, Öffentlichkeitsarbeit, Controlling und Personalwesen sind nur einige der vielen Einsatzbereiche, die sich für Erzieher/innen mit entsprechender Weiterbildung ergeben können.
Weitere Weiterbildungen für Erzieher/innen
Neben klassischen Aufstiegsfortbildungen stehen für Erzieher/innen mit Weiterbildungswunsch noch viele weitere Qualifizierungen zur Auswahl. So kann man als ambitionierte/r Erzieher/in unter anderem einen der folgenden Abschlüsse anstreben:
- Qualitätsbeauftragte/r im Gesundheits- und Sozialwesen
- Sonderpädagogin/Sonderpädagoge
- Heilpädagogin/Heilpädagoge
Eine Erzieher-Weiterbildung muss aber auch nicht zwingend zu einem bestimmten Abschluss führen, sondern kann mitunter auch als Anpassungsqualifizierung daherkommen.
Im Rahmen diverser Kurse und Seminare kann man als Erzieher/in das bereits vorhandenen Wissen auffrischen und/oder erweitern. Interessante Themen für den beruflichen Alltag im Kindergarten und somit auch für eine Weiterbildung sind unter anderem:
- Sicherheit auf Kinderspielplätzen
- Erziehungsberatung
- Waldorfpädagogik
- Elternberatung
- Bewegungserziehung
- Sprachförderung
- Familienhilfe
- Integration
- Musikpädagogik
- Kreativität
Fernkurse für Erzieher/innen
Die meisten Weiterbildungen erfordern eine regelmäßige Präsenz vor Ort und kommen dementsprechend als Vollzeitlehrgänge, Abendkurse oder Wochenendseminare daher. Erzieher/innen, die sich mehr Freiheiten von ihrer Weiterbildung wünschen, sollten einen Fernkurs ins Auge fassen. Zahlreiche Anbieter halten Fernkurse zu pädagogischen Themen bereit, die zeitlich und örtlich unabhängig absolviert werden können.
Neben Beruf und Familie können sich Erzieher/innen so flexibel weiterbilden, weshalb sich die Suche nach einem passenden Fernlehrgang absolut lohnt.
Berufsbegleitendes Studium als Erzieher-Weiterbildung
Die zunehmende Akademisierung macht auch vor dem Erziehungswesen nicht Halt und sorgt dafür, dass das berufsbegleitende Studium mehr und mehr zur Alternative zur klassischen Erzieher-Weiterbildung wird.
Pädagogische Fachkräfte haben im Zuge dessen die Chance, trotz Berufstätigkeit einen anerkannten akademischen Grad zu erlangen, der ihnen so manche Tür öffnen kann. Für Erzieher/innen aus dem Kindergarten dürften vor allem die folgenden Fächer von großem Interesse sein:
- Pädagogik
- Erziehungswissenschaften
- Sozialarbeit
- Sozialpädagogik
- Bildungswissenschaft
- Psychologie
- Frühpädagogik
- Kindheitspädagogik
- Frühkindliche Bildung
Staatliche und private Hochschulen halten entsprechende berufsbegleitende Studiengänge bereit, die zum Bachelor oder Master führen.
Dabei kann es sich um ein duales Studium, Abendstudium, Wochenendstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium handeln. Ebenfalls erwähnenswert ist das Fernstudium, das nahezu komplett auf Präsenzen verzichtet und trotzdem zu einem anerkannten Hochschulabschluss führt.
Wer als Erzieher/in tätig ist und mithilfe einer Weiterbildung mehr erreichen möchte, kann sich über mangelnde Weiterbildungsmöglichkeiten nicht beschweren und sollte sich ausreichend Zeit nehmen, um die richtige Weiterbildung auszuwählen.
Per Weiterbildung Erzieher/in werden
Wenn es um eine Erzieher-Weiterbildung geht, kommen manche Menschen auf den Gedanken, den Beruf per Weiterbildung zu erlernen.
Das ist allerdings nicht möglich, da es sich um einen Ausbildungsberuf mit staatlicher Abschlussprüfung handelt. Eine Umschulung oder auch eine praxisintegrierte Ausbildung kann jedoch eine Option sein.
Die Vorteile von Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte
Wer den offiziellen Abschluss als Erzieher/in in der Tasche hat, kann als pädagogische Fachkraft von ausgezeichneten Beschäftigungsmöglichkeiten profitieren.
Es stellt sich daher die Frage, warum man sich weiterbilden und den damit verbundenen Aufwand betreiben sollte. Die folgenden Vorteile sollten hier Beachtung finden und sprechen eindeutig für zusätzliche Qualifizierungen:
- Erweiterung des Fachwissens
- Möglichkeit der fachlichen Spezialisierung
- weitere Qualifikationen für den Aufstieg auf der Karriereleiter
- Erweiterung des Horizonts
5 Tipps für eine aussichtsreiche Karriere im pädagogischen Bereich
All diejenigen, die beispielsweise den Erzieherberuf erlernt haben und nun ambitionierte Karrierepläne verfolgen, sollten aktiv an ihrem weiteren Werdegang arbeiten.
Für die richtige Herangehensweise gibt es hier fünf kurze Tipps:
- Sammeln Sie umfassende praktische Erfahrungen in verschiedenen sozialen Bereichen!
- Besuchen Sie Seminare zu den unterschiedlichsten Themen, um sich breit aufzustellen!
- Lesen Sie Fachliteratur, um sich autodidaktisch weiterzubilden!
- Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten über sinnvolle Qualifikationen!
- Nehmen Sie die Weiterbildungsberatung des Arbeitsamtes in Anspruch!
Wo erhalten Interessierte Informationen über Weiterbildungen für Erzieher/innen?
Angehörige des Erzieherberufs, die sich weiterbilden möchten, suchen zunächst nach entsprechenden Informationen, um die richtige Wahl treffen zu können.
Die einzelnen Weiterbildungsanbieter beraten Interessierte gerne und stellen oftmals auch Informationsmaterial zur Verfügung. Ansonsten lohnt sich auch ein Beratungstermin beim Arbeitsamt. Zu guter Letzt ist natürlich ebenso das Internet als exzellente Rechercheplattform zu nennen.
Wie lassen sich die Kosten einer pädagogischen Weiterbildung finanzieren?
Im Zuge der Recherche stellen Interessierte an einer Erzieher-Weiterbildung oftmals fest, dass es sich dabei um ein kostspieliges Unterfangen handeln kann.
Sofern keine ausreichenden Ersparnisse vorhanden sind, kann die Finanzierung per Ratenzahlung oder mithilfe eines Kredits bewerkstelligt werden. Ansonsten ist eine Förderung per Bildungsgutschein oder die Inanspruchnahme von Aufstiegs-BAföG gegebenenfalls eine Option.
Wie anerkannt sind Fortbildungen für Erzieher/innen?
Wenn es um zusätzliche Qualifizierungen für Erzieher/innen geht, kommt stets auch die Frage nach der Anerkennung auf. Bei Seminaren gibt es typischerweise ein Zertifikat des Anbieters, sodass dessen Ansehen ausschlaggebend für die Anerkennung ist. Im Falle einer Fortbildung winkt dahingegen ein höherer beruflicher Abschluss mit voller Anerkennung.
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und unterschiedliche Berufswege machen den Erzieherberuf spannend und facettenreich. Zugleich muss man aber die richtigen Weichen stellen und immer wieder Entscheidungen treffen. Der folgende Tipp aus unserer Redaktion kann dabei behilflich sein und deutlich machen, wie man die richtige Maßnahme ausfindig macht.
Nutzen Sie aktuelle Stellenangebote als Orientierungshilfen!
Die Angebote für Erzieher-Weiterbildungen sind sehr vielfältig. Um den Überblick zu behalten und richtig zu wählen, empfiehlt es sich, aktuelle Stellenanzeigen zu studieren. Diese eignen sich hervorragend zur groben Orientierung, da sich darin Angaben zu den geforderten Qualifikationen finden. Diese geben somit Aufschluss über vielversprechende Weiterbildungen.
Vier Richtungen, in die es gehen kann
| Richtung | Beispiele | Umfang |
|---|---|---|
| Fachlich vertiefen | Sprachförderung, Inklusion, Krippenpädagogik, Psychomotorik, Marte Meo | Tage bis mehrere Monate berufsbegleitend |
| Leitung übernehmen | Kita-Leitung, stellvertretende Leitung, Qualitätsmanagement | meist ein bis zwei Jahre berufsbegleitend |
| Andere begleiten | Praxisanleitung, Fachberatung, Supervision | Wochen bis Monate |
| Studieren | Kindheitspädagogik, Soziale Arbeit, Frühpädagogik | drei bis fünf Jahre, oft berufsbegleitend |
Die Praxisanleitung ist dabei in mehreren Bundesländern inzwischen Voraussetzung, um Auszubildende begleiten zu dürfen - für Einrichtungen, die ausbilden, also kein Zusatz, sondern Pflicht.
Wer das bezahlt
- Der Träger - Fortbildungstage sind bei vielen Trägern tariflich vorgesehen, dazu ein Budget je Kraft und Jahr.
- Bildungsurlaub - in den meisten Bundesländern gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung, meist fünf Tage im Jahr.
- Aufstiegs-BAföG für längere Fortbildungen mit anerkanntem Abschluss.
- Agentur für Arbeit, wenn die Weiterbildung dem Erhalt des Arbeitsplatzes dient.
Worauf bei der Auswahl zu achten ist
Der Markt ist unübersichtlich, und die Begriffe sind nicht geschützt. Brauchbare Anhaltspunkte:
- Wird ein Zertifikat ausgestellt, und wer erkennt es an?
- Ist der Anbieter bei der Agentur für Arbeit zugelassen?
- Wie hoch ist der Praxisanteil - reine Online-Vorträge bringen bei pädagogischen Themen wenig.
- Passt es zur eigenen Einrichtung? Eine Fortbildung zu offener Arbeit nützt wenig, wenn das Haus mit festen Gruppen arbeitet.
Wege in den Beruf beschreibt der Beitrag Umschulung zum Erzieher.
Häufige Fragen
Welche Weiterbildung lohnt sich am meisten?
Das hängt vom Ziel ab. Für mehr Verantwortung die Leitungsqualifikation, für fachliche Tiefe Sprache oder Inklusion, für den Aufstieg ein Studium der Kindheitspädagogik.
Zahlt der Arbeitgeber die Weiterbildung?
Häufig ja - viele Träger sehen Fortbildungstage und ein Budget vor. Dazu kommt in den meisten Bundesländern ein Anspruch auf Bildungsurlaub.
Brauche ich die Praxisanleitung?
Wenn Sie Auszubildende begleiten wollen: In mehreren Bundesländern ist die Qualifikation dafür Voraussetzung.