Umschulung Erzieher
Von der kindergarten.info-Redaktion
Per Umschulung Erzieher/in zu werden, ist der Wunsch vieler Menschen, die eine berufliche Veränderung brauchen und sich gut vorstellen können, beispielsweise im Kindergarten zu arbeiten. Die Arbeit mit den kleinen Kindern wird vielfach als sehr erfüllend empfunden und verspricht zugleich gute Berufsaussichten, denn pädagogische Fachkräfte werden gegenwärtig vielerorts händeringend gesucht.
Auf dieser Seite
- Perspektiven nach der Umschulung zum/zur Erzieher/in
- Das Gehalt als Erzieher/in
- Die Erzieher-Umschulung
- Voraussetzungen für die Umschulung zur Erzieherin
- Dauer der Erzieher-Umschulung
- Finanzierung der Umschulung zum Erzieher
- Alternativen zur Erzieher-Umschulung
- Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Erzieher-Umschulung
- Per Quereinstieg in den Erzieher-Beruf
- 5 Tipps für die Wahl der richtigen Erzieher-Umschulung
- Wer ist für die Umschulung zum/zur Erzieher/in besonders geeignet?
- Wie anerkannt ist die Erzieher-Umschulung?
- Welche Förderungen gibt es für die Erzieher-Umschulung?
- Achtung! Tipp aus der Redaktion
- Denken Sie auch an andere Umschulungen aus dem sozialen Bereich!
- Die Wege im Vergleich
- Förderung durch die Agentur für Arbeit
- Was mitzubringen ist
- Häufige Fragen
- Wie lange dauert die Umschulung zum Erzieher?
- Wird die Umschulung vergütet?
- Zahlt die Agentur für Arbeit?
- Brauche ich Abitur?
Perspektiven nach der Umschulung zum/zur Erzieher/in
Der im SGB VIII verankerte Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung hat vielerorts für einen akuten Mangel an Kindergartenplätzen gesorgt. Die Verantwortlichen arbeiten zwar kontinuierlich an Lösungen, doch es fehlen Erzieher/innen, die die Betreuung der Kinder als pädagogische Fachkräfte übernehmen könnten.
Wer aufgrund einer Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann und nach neuen Perspektiven sucht, findet aufgrund der gegenwärtigen Lage eine überaus erfreuliche Situation vor, so dass eine Umschulung zum Erzieher beziehungsweise zur Erzieherin vollkommen neue Chancen bietet. Dabei können sich vor allem in den folgenden Bereichen spannende Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben:
- Kindergarten
- Hort
- Behindertenhilfe
- Ganztagesschulen
- Förderschulen
- Beratungsstellen
- Kinder- und Jugendhilfe
- Familienhilfe
- Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche
Das Gehalt als Erzieher/in
Gleichzeitig lässt sich das Gehalt aber auf durchschnittlich 20.000 Euro bis 40.000 Euro brutto im Jahr beziffern, wodurch man vorab durchaus einen ersten Eindruck von der finanziellen Seite des Erzieherberufs gewinnen kann.
Die Erzieher-Umschulung
Grundsätzlich erlernt man den Beruf des Erziehers im Rahmen einer schulischen Ausbildung an einer Fachschule oder Fachakademie. All diejenigen, die bereits einen anderen Beruf erlernt haben, suchen aber nicht nach einer solchen Erstausbildung, sondern nach einer zweiten Ausbildung in Form einer Umschulung. Diese kann im Rahmen der klassischen Erzieherausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik erfolgen oder stattdessen über einen privaten Umschulungsanbieter stattfinden.
Selbst ein Fernkurs zur Vorbereitung auf die Externenprüfung ist durchaus möglich, so dass Menschen, die beruflich noch einmal von vorne beginnen möchten, unterschiedlichste Optionen haben. Inhaltlich gibt es dahingegen keine gravierenden Differenzen, denn um die staatliche Anerkennung als Erzieher/in zu erlangen, benötigt man fundierte Kenntnisse in den folgenden Bereichen:
- Pädagogik
- Psychologie
- Sozialpädagogik
- Bewegungserziehung
- Sprachförderung
- Frühpädagogik
- Elternberatung
Voraussetzungen für die Umschulung zur Erzieherin
Da die schulische Ausbildung zur Erzieherin landesrechtlich geregelt ist, kann es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Zulassungsbedingungen geben. Weiterhin ist zu beachten, dass die Umschulung ein Sonderfall ist und sich vornehmlich an Berufserfahrene aus anderen Tätigkeitsbereichen richtet. Über einen mittleren Bildungsabschluss sollte man im Allgemeinen mindestens verfügen. Freude am Umgang mit Kindern sollte selbstverständlich auch vorhanden sein.
Dauer der Erzieher-Umschulung
Die klassische Erzieherausbildung nimmt zwei bis vier Jahre in Anspruch. Umschüler, die die Fachschule besuchen, müssen ebenfalls von einer solchen Dauer ausgehen und sollten sich beim jeweiligen Anbieter bezüglich der Dauer informieren. Wer sich über ein privates Weiterbildungsinstitut umschulen lässt, muss dahingegen üblicherweise von zwei Jahren Dauer ausgehen.
Finanzierung der Umschulung zum Erzieher
Die meisten Fachschulen für Sozialpädagogik befinden sich in öffentlicher Trägerschaft und erheben dementsprechend kein Schulgeld. Bei privaten Anbietern können dahingegen Gebühren in Höhe von ein paar Tausend Euro zusammenkommen. Insbesondere im Falle einer Umschulung aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung sind derartige Ersparnisse typischerweise nicht vorhanden, während zugleich die laufenden Lebenshaltungskosten ebenfalls noch finanziert werden müssen.
Umschüler erleben eine Qualifizierung als Erzieher/in folglich immer wieder als besonders große Belastung. In vielen Fällen erhalten sie aber eine Förderung von der Arbeitsagentur oder Rentenversicherung, die nicht nur die Umschulungskosten trägt, sondern zudem auch finanzielle Hilfen zum Lebensunterhalt beinhaltet. Wer mit einer Umschulung zur Erzieherin liebäugelt, sollte also das Gespräch mit dem potenziellen Träger der Maßnahme suchen und sich so um die Finanzierung kümmern.
Alternativen zur Erzieher-Umschulung
Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass der Kindergarten der ideale Arbeitsplatz für sie ist, kommen recht schnell zu dem Schluss, dass sie mit der Umschulung als Erzieher/in die ideale Wahl treffen. Dies ist auch vollkommen zutreffend, aber Erzieher/innen sind nicht die einzigen pädagogischen Fachkräfte, die beispielsweise in der Kita arbeiten. Aus diesem Grund macht es Sinn, etwaige Alternativen zur Erzieher-Umschulung ebenfalls zu berücksichtigen. Dies sind unter anderem:
- Erzieherausbildung
Die herkömmliche Erzieherausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik kennt üblicherweise keine Altersgrenze und ist somit nicht nur für Jugendliche geeignet, die direkt nach der Schule den Erzieherberuf erlernen möchten. Auch Menschen etwas fortgeschrittenen Alters, die eine zweite Ausbildung als Erzieher/in anvisieren, sind hier goldrichtig. - Umschulungsalternativen
Anstelle einer Erzieher-Umschulung bieten sich zuweilen auch viele andere Berufe als Umschulungsalternativen an. So kann man sich beispielsweise als Kinderpfleger/in oder Heilerziehungspfleger/in qualifizieren. - Studium statt Umschulung
Akademische Abschlüsse gewinnen auch im Erziehungswesen mehr und mehr an Bedeutung, weshalb sich vielleicht auch ein Studium als Alternative zur Erzieher-Umschulung anbietet. Dieses kann sogar flexibel in Teilzeit und somit neben dem Beruf absolviert werden. Psychologie, Pädagogik, Bildungswissenschaft und Sozialarbeit sind typische Fächer, die sogar auch per Fernstudium studiert werden können.
Dass die Umschulung zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher überaus reizvoll sein kann, steht außer Frage. Dennoch gibt es für angehende pädagogische Fachkräfte auch einige Alternativen.
Unabhängig davon, welchen Weg man einschlägt, sollte man eine vorherige Recherche nicht scheuen. Eine ausführliche Beratung sowie die Kontaktaufnahme mit verschiedenen Anbietern sind ebenfalls angezeigt.
Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Erzieher-Umschulung
Interessierte an einer Umschulung zum/zur Erzieher/in sollten nicht nur bis zum Berufsabschluss denken, sondern ihre Karriere langfristiger planen.
Daher tun sie gut daran, sich zeitig mit den Weiterbildungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Dabei stoßen sie zunächst auf Seminare und Kurse, die sich als Anpassungsqualifizierungen beispielsweise den folgenden Themen widmen können:
- Elternarbeit
- Familienhilfe
- Psychologie
- Elementarerziehung
- Musikpädagogik
- Bewegungserziehung
- Sprachförderung
Zudem gibt es auch Fortbildungen. Erzieher/innen können sich so beispielsweise als Fachwirt/in für Erziehungswesen, Fachwirt/in für Organisation und Führung im Sozialwesen oder Betriebswirt/in für Sozialwesen qualifizieren.
In Zeiten zunehmender Akademisierung winkt zudem ein Fernstudium oder anderweitiges Teilzeitstudium in einer der folgenden Disziplinen:
- Erziehungswissenschaft
- Pädagogik
- Psychologie
- Heilpädagogik
- Sonderpädagogik
- Soziale Arbeit
- Bildungswissenschaft
Per Quereinstieg in den Erzieher-Beruf
All diejenigen, die aus anderen Tätigkeitsfeldern stammen und als Erzieher/innen Fuß fassen möchten, ohne die Umschulung zu absolvieren, träumen von einem Quereinstieg.
Erzieher/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der nur im Rahmen der Ausbildung erlernt werden kann. Aufgrund des Personalmangels im Erziehungswesen haben aber Quereinsteiger/innen gute Chancen. Diese können als pädagogische Kräfte den Seiteneinstieg schaffen und so die Grundlage für eine zweite Karriere ebnen.
5 Tipps für die Wahl der richtigen Erzieher-Umschulung
Wer sich doch für die Erzieher-Umschulung mit offiziellem Berufsabschluss entscheidet, sollte mit Bedacht die richtige Maßnahme auswählen.
Die folgenden Tipps können hier behilflich sein:
- Nehmen Sie mit verschiedenen Umschulungsanbietern aus der Umgebung Kontakt auf!
- Ziehen Sie eine praxisintegrierte Erzieherausbildung in Betracht!
- Bedenken Sie, dass es neben dem klassischen Erzieher noch den Erzieher der Fachrichtung Jugend- und Heimerziehung gibt!
- Wählen Sie die Lehrgangsform, die zu Ihrer Lebenssituation passt!
- Lassen Sie sich beim Arbeitsamt beraten!
Wer ist für die Umschulung zum/zur Erzieher/in besonders geeignet?
Unabhängig von den formalen Voraussetzungen sollte bei der Entscheidung für oder gegen die Erzieher-Umschulung die persönliche Eignung Beachtung finden. In diesem Zusammenhang kommt es vor allem auf die folgenden Punkte an:
- Freude am Umgang mit Kindern
- Geduld
- Konsequenz
- Einfühlungsvermögen
- Organisationsgeschick
- Belastbarkeit
- Verantwortungsbewusstsein
- Zuverlässigkeit
Wie anerkannt ist die Erzieher-Umschulung?
Wer den Erzieherberuf per Umschulung erlernt, muss sich hinsichtlich der Anerkennung keine Sorgen machen.
Die Maßnahme dient als Zweitausbildung und führt ebenso wie die klassische schulische Erzieherausbildung zur staatlichen Abschlussprüfung.
Welche Förderungen gibt es für die Erzieher-Umschulung?
Berufswechsler/innen sollten sich an das Arbeitsamt wenden, um sich beraten zu lassen. Zudem können sie dort eine Förderung für die geplante Erzieher-Umschulung beantragen.
Diese kann sich dann aus einem Bildungsgutschein zur Finanzierung der Umschulungskosten sowie Hilfen zum Lebensunterhalt zusammensetzen.
Achtung! Tipp aus der Redaktion
Angehende Umschüler/innen, die aufgrund des Fachkräftemangels im Erziehungswesen mit dem Erzieherberuf liebäugeln, können sich so eine neue Karriere aufbauen.
Zunächst sollten sie aber den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beherzigen.
Denken Sie auch an andere Umschulungen aus dem sozialen Bereich!
Im pädagogischen beziehungsweise sozialen Bereich gibt es einige interessante Berufsbilder, die als Alternativen zum Erzieher in Betracht kommen.
Wer sich auf Umschulungssuche befindet, sollte daher auch an die folgenden Berufe denken:
- Haus- und Familienpfleger/in
- Heilerziehungspfleger/in
- Sozialassistent/in
- Kinderpfleger/in
Die Wege im Vergleich
| Weg | Dauer | Vergütung | Für wen |
|---|---|---|---|
| Schulische Ausbildung | 3 bis 5 Jahre | meist keine | Berufseinstieg ohne Vorerfahrung |
| Praxisintegriert (PiA) | 3 Jahre | ja, ab dem ersten Tag | wer auf Einkommen angewiesen ist |
| Berufsbegleitend | 3 bis 4 Jahre | Teilzeitstelle in der Kita | Quereinsteigende mit Anstellung |
| Externenprüfung | je nach Vorbildung | - | wer bereits lange in der Praxis arbeitet |
Die praxisintegrierte Ausbildung hat den Quereinstieg deutlich verändert: Wer eine Familie zu versorgen hat, kann sich drei Jahre ohne Einkommen nicht leisten. Die Plätze sind entsprechend begehrt und werden meist direkt von den Trägern vergeben.
Förderung durch die Agentur für Arbeit
Eine Umschulung kann über einen Bildungsgutschein gefördert werden. Voraussetzung ist in der Regel, dass der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann oder Arbeitslosigkeit droht, und dass der Bildungsträger zugelassen ist. Der Gutschein deckt die Lehrgangskosten; zum Lebensunterhalt kann Arbeitslosengeld weitergezahlt werden.
Wichtig für das Gespräch bei der Agentur: Der Erzieherberuf steht auf den Engpasslisten - das ist ein Argument, das zählt. Vereinbaren Sie den Termin, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben; nachträglich wird selten gefördert.
Was mitzubringen ist
- mittlerer Schulabschluss, je nach Land auch Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung
- häufig ein Vorpraktikum oder eine einschlägige Vorbildung
- erweitertes Führungszeugnis
- gesundheitliche Eignung, oft ein Nachweis über Masernschutz
Die Voraussetzungen unterscheiden sich je Bundesland erheblich - verbindlich ist die Fachschule, bei der Sie sich bewerben. Welche Weiterbildungen später offenstehen, steht unter Weiterbildung für Erzieher.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Umschulung zum Erzieher?
Je nach Weg und Bundesland drei bis fünf Jahre. Die praxisintegrierte Ausbildung dauert meist drei Jahre und wird vergütet.
Wird die Umschulung vergütet?
Bei der praxisintegrierten und der berufsbegleitenden Variante ja. Die rein schulische Ausbildung ist häufig unvergütet.
Zahlt die Agentur für Arbeit?
Über einen Bildungsgutschein ist das möglich. Klären Sie das vor Vertragsunterzeichnung - nachträglich wird selten gefördert.
Brauche ich Abitur?
Nein. In der Regel genügt ein mittlerer Schulabschluss, je nach Land auch ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.
