Umschulung Erzieher

Per Umschulung Erzieher/in zu werden, ist der Wunsch vieler Menschen, die eine berufliche Veränderung brauchen und sich gut vorstellen können, beispielsweise im Kindergarten zu arbeiten. Die Arbeit mit den kleinen Kindern wird vielfach als sehr erfüllend empfunden und verspricht zugleich gute Berufsaussichten, denn pädagogische Fachkräfte werden gegenwärtig vielerorts händeringend gesucht.

Auch Quereinsteiger haben dementsprechend gute Chancen auf eine vielversprechende Laufbahn als Erzieher/in und sollten gegebenenfalls über eine entsprechende Umschulungsmaßnahme nachdenken. Da es sich dann nicht um die klassische Ausbildung handelt, ergeben sich in vielen Fällen einige Fragen, die es vorab zu klären gilt. Nur wer sich ein genaues Bild von der Erzieher-Umschulung macht, kann mit Sicherheit wissen, ob diese tatsächlich die richtige Wahl ist. Aus diesem Grund sollten Interessenten an einer Umschulung zur Erzieherin mit den verschiedenen Anbietern in Kontakt treten und zudem eine Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen.

Perspektiven nach der Umschulung zum/zur Erzieher/in

Der im SGB VIII verankerte Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung hat vielerorts für einen akuten Mangel an Kindergartenplätzen gesorgt. Die Verantwortlichen arbeiten zwar kontinuierlich an Lösungen, doch es fehlen Erzieher/innen, die die Betreuung der Kinder als pädagogische Fachkräfte übernehmen könnten.

Wer aufgrund einer Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann und nach neuen Perspektiven sucht, findet aufgrund der gegenwärtigen Lage eine überaus erfreuliche Situation vor, so dass eine Umschulung zum Erzieher beziehungsweise zur Erzieherin vollkommen neue Chancen bietet. Dabei können sich vor allem in den folgenden Bereichen spannende Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben:

  • Kindergarten
  • Hort
  • Behindertenhilfe
  • Ganztagesschulen
  • Förderschulen
  • Beratungsstellen
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Familienhilfe
  • Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche

Das Gehalt als Erzieher/in

Angehenden Umschülern geht es oft auch darum, wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Aus diesem Grund sind die Verdienstmöglichkeiten als Erzieher/in ebenfalls überaus relevant. Je nach Position, Einsatzbereich und Berufserfahrung kann es diesbezüglich deutliche Differenzen geben, so dass das Gehalt als Erzieher/in mehr oder weniger vom Einzelfall abhängt.

Gleichzeitig lässt sich das Gehalt aber auf durchschnittlich 20.000 Euro bis 40.000 Euro brutto im Jahr beziffern, wodurch man vorab durchaus einen ersten Eindruck von der finanziellen Seite des Erzieherberufs gewinnen kann.

Die Erzieher-Umschulung

Grundsätzlich erlernt man den Beruf des Erziehers im Rahmen einer schulischen Ausbildung an einer Fachschule oder Fachakademie. All diejenigen, die bereits einen anderen Beruf erlernt haben, suchen aber nicht nach einer solchen Erstausbildung, sondern nach einer zweiten Ausbildung in Form einer Umschulung. Diese kann im Rahmen der klassischen Erzieherausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik erfolgen oder stattdessen über einen privaten Umschulungsanbieter stattfinden.

Selbst ein Fernkurs zur Vorbereitung auf die Externenprüfung ist durchaus möglich, so dass Menschen, die beruflich noch einmal von vorne beginnen möchten, unterschiedlichste Optionen haben. Inhaltlich gibt es dahingegen keine gravierenden Differenzen, denn um die staatliche Anerkennung als Erzieher/in zu erlangen, benötigt man fundierte Kenntnisse in den folgenden Bereichen:

  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Sozialpädagogik
  • Bewegungserziehung
  • Sprachförderung
  • Frühpädagogik
  • Elternberatung

Voraussetzungen für die Umschulung zur Erzieherin

Da die schulische Ausbildung zur Erzieherin landesrechtlich geregelt ist, kann es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Zulassungsbedingungen geben. Weiterhin ist zu beachten, dass die Umschulung ein Sonderfall ist und sich vornehmlich an Berufserfahrene aus anderen Tätigkeitsbereichen richtet. Über einen mittleren Bildungsabschluss sollte man im Allgemeinen mindestens verfügen. Freude am Umgang mit Kindern sollte selbstverständlich auch vorhanden sein.

Dauer der Erzieher-Umschulung

Die klassische Erzieherausbildung nimmt zwei bis vier Jahre in Anspruch. Umschüler, die die Fachschule besuchen, müssen ebenfalls von einer solchen Dauer ausgehen und sollten sich beim jeweiligen Anbieter bezüglich der Dauer informieren. Wer sich über ein privates Weiterbildungsinstitut umschulen lässt, muss dahingegen üblicherweise von zwei Jahren Dauer ausgehen.

Finanzierung der Umschulung zum Erzieher

Die meisten Fachschulen für Sozialpädagogik befinden sich in öffentlicher Trägerschaft und erheben dementsprechend kein Schulgeld. Bei privaten Anbietern können dahingegen Gebühren in Höhe von ein paar Tausend Euro zusammenkommen. Insbesondere im Falle einer Umschulung aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung sind derartige Ersparnisse typischerweise nicht vorhanden, während zugleich die laufenden Lebenshaltungskosten ebenfalls noch finanziert werden müssen.

Umschüler erleben eine Qualifizierung als Erzieher/in folglich immer wieder als besonders große Belastung. In vielen Fällen erhalten sie aber eine Förderung von der Arbeitsagentur oder Rentenversicherung, die nicht nur die Umschulungskosten trägt, sondern zudem auch finanzielle Hilfen zum Lebensunterhalt beinhaltet. Wer mit einer Umschulung zur Erzieherin liebäugelt, sollte also das Gespräch mit dem potenziellen Träger der Maßnahme suchen und sich so um die Finanzierung kümmern.

Alternativen zur Erzieher-Umschulung

Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass der Kindergarten der ideale Arbeitsplatz für sie ist, kommen recht schnell zu dem Schluss, dass sie mit der Umschulung als Erzieher/in die ideale Wahl treffen. Dies ist auch vollkommen zutreffend, aber Erzieher/innen sind nicht die einzigen pädagogischen Fachkräfte, die beispielsweise in der Kita arbeiten. Aus diesem Grund macht es Sinn, etwaige Alternativen zur Erzieher-Umschulung ebenfalls zu berücksichtigen. Dies sind unter anderem:

  • Erzieherausbildung
    Die herkömmliche Erzieherausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik kennt üblicherweise keine Altersgrenze und ist somit nicht nur für Jugendliche geeignet, die direkt nach der Schule den Erzieherberuf erlernen möchten. Auch Menschen etwas fortgeschrittenen Alters, die eine zweite Ausbildung als Erzieher/in anvisieren, sind hier goldrichtig.
  • Umschulungsalternativen
    Anstelle einer Erzieher-Umschulung bieten sich zuweilen auch viele andere Berufe als Umschulungsalternativen an. So kann man sich beispielsweise als Kinderpfleger/in oder Heilerziehungspfleger/in qualifizieren.
  • Studium statt Umschulung
    Akademische Abschlüsse gewinnen auch im Erziehungswesen mehr und mehr an Bedeutung, weshalb sich vielleicht auch ein Studium als Alternative zur Erzieher-Umschulung anbietet. Dieses kann sogar flexibel in Teilzeit und somit neben dem Beruf absolviert werden. Psychologie, Pädagogik, Bildungswissenschaft und Sozialarbeit sind typische Fächer, die sogar auch per Fernstudium studiert werden können.

Dass die Umschulung zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher überaus reizvoll sein kann, steht außer Frage. Dennoch gibt es für angehende pädagogische Fachkräfte auch einige Alternativen. Unabhängig davon, welchen Weg man einschlägt, sollte man eine vorherige Recherche nicht scheuen. Eine ausführliche Beratung sowie die Kontaktaufnahme mit verschiedenen Anbietern sind ebenfalls angezeigt.