PiA-Ausbildung zur Erzieherin: Ablauf, Vergütung und Voraussetzungen

Von der kindergarten.info-Redaktion · veröffentlicht im September 2026 · zuletzt bearbeitet im Oktober 2026

Erzieherin werden und vom ersten Tag an Geld verdienen: Das ist die praxisintegrierte Ausbildung, kurz PiA. Anders als bei der klassischen schulischen Erzieherausbildung haben Auszubildende einen Ausbildungsvertrag mit einem Kita-Träger. Sie wechseln zwischen Fachschule und Einrichtung und bekommen eine tarifliche Vergütung. Für viele Quereinsteiger und Menschen mit Familie ist PiA erst damit machbar.

Auf dieser Seite

PiA und klassische Ausbildung im Vergleich

PiA (praxisintegriert)klassisch (schulisch)
Dauerin der Regel 3 Jahremeist 2 Jahre Schule plus 1 Jahr Anerkennungsjahr; je nach Land anders aufgeteilt
LernorteFachschule und Kita im Wechsel, zum Beispiel 2 bis 3 Tage Schule pro Woche oder in Blöckenüberwiegend Fachschule, Praktika in Blöcken
VertragAusbildungsvertrag mit einem TrägerSchulplatz, kein Arbeitsvertrag bis zum Anerkennungsjahr
GeldVergütung ab dem 1. MonatSchüler-BAföG möglich; Vergütung erst im Anerkennungsjahr
Abschlussgleich: staatlich anerkannte Erzieherin oder staatlich anerkannter Erzieher

Was verdient man in der PiA-Ausbildung?

Kommunale Träger zahlen nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst (TVAöD, Besonderer Teil Pflege). Ab Mai 2026 gilt:

1. Ausbildungsjahr1.490,69 Euro brutto im Monat
2. Ausbildungsjahr1.552,07 Euro
3. Ausbildungsjahr1.653,38 Euro

Kirchliche und freie Träger zahlen oft nach eigenen Tarifen in ähnlicher Höhe, private Träger teilweise weniger. Fragen Sie im Bewerbungsgespräch nach dem Tarif. Was Sie danach als Fachkraft verdienen, zeigt der Gehaltsrechner TVöD SuE. Alle Vergütungen der Ausbildungswege stehen unter Ausbildungsvergütung für Erzieher.


Voraussetzungen

Die genauen Bedingungen legen die Länder fest. Üblich ist eine dieser Kombinationen:

  • Mittlerer Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung, etwa als Sozialassistentin oder Kinderpflegerin
  • Fachhochschulreife oder Abitur, je nach Land mit einem Vorpraktikum
  • Mittlerer Abschluss und mehrjährige Berufserfahrung in einem anderen Beruf, der klassische Weg für Quereinsteiger
  • ein Ausbildungsplatz bei einem Träger. Ohne Vertrag gibt es keinen Schulplatz in der PiA-Klasse.

So kommen Sie an einen PiA-Platz

  1. ca. 1 Jahr vorher Bei Trägern bewerben: Städte, Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbände schreiben PiA-Plätze aus, oft im Herbst und Winter für den Start im August.
  2. parallel Bei einer Fachschule für Sozialpädagogik mit PiA-Klasse anmelden. Manche Schulen vermitteln auch Träger.
  3. Zusage Ausbildungsvertrag unterschreiben und der Schule vorlegen.
  4. August Start, meist zum Schuljahresbeginn.

Offene Ausbildungsstellen finden Sie auch in unserer Stellenbörse.

Ehrlich gesagt: PiA ist anspruchsvoll. Schule, Praxis und Lernen zu Hause laufen parallel, in der Kita zählen Sie ab dem ersten Jahr teilweise zum Personal. Fragen Sie im Gespräch, wie viel Anleitungszeit der Träger für Auszubildende einplant.

Stand: Oktober 2026. Vergütung nach TVAöD (Besonderer Teil Pflege), gültig ab 1. Mai 2026. Zugang und Aufbau regeln die Länder; maßgeblich ist die Fachschule.


Häufige Fragen

Wie lange dauert die PiA-Ausbildung?

In der Regel drei Jahre, im Wechsel zwischen Fachschule und Kita.

Wie viel verdient man in der PiA-Ausbildung?

Bei kommunalen Trägern ab Mai 2026 1.490,69 Euro im ersten, 1.552,07 Euro im zweiten und 1.653,38 Euro im dritten Jahr, jeweils brutto im Monat.

Ist PiA etwas für Quereinsteiger?

Ja, sie ist sogar der häufigste Weg für Quereinsteiger. Viele Länder lassen den mittleren Abschluss plus Berufserfahrung als Zugang zu.

Ist der Abschluss derselbe wie bei der schulischen Ausbildung?

Ja. Beide Wege enden mit der staatlichen Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher.