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Kindergarten-Konzepte im Überblick

Der Kindergarten wird oftmals vor allem als Einrichtung zur Unterbringung von Kindern im Vorschulalter betrachtet, die beispielsweise während der Arbeitszeit der Eltern betreut werden müssen. Hier geht es aber längst nicht nur darum, die Kinder zu beaufsichtigen und vor etwaigen Gefahren zu schützen, sondern um viel mehr. Der Kindergarten kann maßgeblich zur frühkindlichen Förderung beitragen und dementsprechend die Entwicklung des Kindes nachhaltig prägen. Aus diesem Grund sollte es auf der Suche nach einem Kindergarten für den eigenen Nachwuchs nicht nur darum gehen, überhaupt einen Platz zu ergattern, sondern ebenfalls um das pädagogische Konzept der betreffenden Einrichtung. Diesbezüglich existieren zum Teil gravierende Unterschiede, so dass Kindergarten nicht gleich Kindergarten ist.

Die gängigen Kindergarten-Konzepte

Grundsätzlich unterscheiden sich sämtliche Kindergärten voneinander, weshalb es wichtig ist, sich mit den Konzepten der Kindertagesstätten vor Ort zu befassen. Nichtsdestotrotz gibt es einige weit verbreitete Ansätze, die den Rahmen des Kindergarten-Konzeptes vorgeben. Eltern, die den passenden Kindergarten für ihren Nachwuchs suchen, tun aus diesem Grund gut daran, sich mit den verschiedenen pädagogischen Ansätzen zu befassen. Nachfolgend findet sich ein Überblick über einige der populärsten Kindergarten-Konzepte:

  • Montessori
    Die Montessoripädagogik wurde von der aus Italien stammenden Ärztin und Pädagogin Maria Montessori zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt. Montessori-Kindergärten legen besonderen Wert auf die Eigenverantwortlichkeit des Kindes.
  • Waldorf
    Rudolf Steiner gilt als Vater der Waldorfpädagogik und entwickelte damit ein pädagogisches Konzept, das sich in besonderem Maße der praktischen und künstlerischen Entwicklung des Kindes widmet.
  • Waldkindergarten
    Waldkindergärten erfreuen sich großer Beliebtheit und bringen den Kindern die Natur besonders nahe. Die Kinder halten sich praktisch permanent im Freien auf und erkunden die Natur. Ein Bauwagen dient dem Kindergarten als zeitweiliger Unterschlupf, wenn das Wetter zu schlecht für Erkundungstouren durch den Wald ist.
  • Bewegungskindergarten
    Kinder haben von Natur aus einen ausgeprägten Bewegungsdrang und verspüren viel Spaß an der Bewegung. Genau dies soll im Bewegungskindergarten durch sportliche Angebote gefördert werden.
  • Offene Arbeit
    Das Konzept der offenen Arbeit kommt in einigen Kindergärten zum Einsatz und zeichnet sich dadurch aus, dass alle Türen offen sind und die Kinder somit frei entscheiden können, wo, was und mit wem sie spielen.
  • Situationsansatz
    Dem Situationsansatz entsprechend ist das aktuelle Interesse der Kinder maßgebend dafür, welche Themen im Kindergarten-Alltag aufgegriffen werden. Erfahrungen und Ereignisse werden dadurch maßgebend für das pädagogische Konzept, dass die emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder in besonderem Maße fördert.
  • Freinet-Kindergarten
    Die Freinet-Pädagogik basiert auf einem reformpädagogischen Ansatz von Celestin Freinet und zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf die Instinkte der Kinder vertraut. Dabei soll sich die Persönlichkeit frei entfalten können, während zugleich die Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit im Fokus stehen. Zudem legt die Freinet-Pädagogik besonderen Wert auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt. Ein weiterer Schwerpunkt besteht in der Förderung der Selbstverantwortlichkeit des Kindes.
  • Reggio-Kindergarten
    Die Reggio-Pädagogik stammt aus der italienischen Stadt Reggio nell’Emilia und ist mittlerweile weltweit bekannt. Dieses Kindergarten-Konzept setzt auf einen Fokus der Stärken der Kinder und bindet zudem die Eltern stark ein.

Weitere pädagogische Konzepte aus dem Kindergarten-Bereich

Die Bandbreite der Kindergarten-Konzepte erweist sich als noch deutlich umfangreicher, so dass es praktisch nicht möglich ist, eine vollständige Liste zu erstellen. Neben den besonders weit verbreiteten pädagogischen Ansätzen sind unter anderem auch die folgenden Konzepte erwähnenswert:

  • Fröbel-Kindergarten
  • Integration und Inklusion
  • Schwerpunkt Sprache
  • Interkulturelle Pädagogik
  • Erlebnispädagogik
  • Bauernhofkindergarten
  • 24-Stunden-Kindergarten

In Anbetracht der enormen Vielfalt an pädagogischen Ansätzen, auf die die Kindergärten setzen, entsteht bei Eltern zuweilen der Eindruck, sie bräuchten selbst ein Pädagogik-Studium, um sich hier zurechtzufinden. Dem ist natürlich nicht so, wobei es keineswegs schadet, sich einzulesen und umfassend zu informieren. Dank des Internets ist es zudem heutzutage leicht möglich, einzelne Konzepte genauer unter die Lupe zu nehmen. Online findet man dabei nicht nur allgemeine Informationen, sondern vielfach auch Erfahrungsberichte. Es ist aber auch keine Schande, sich bei den Kindergärten selbst zu informieren und sich dabei das jeweilige Konzept ausführlich erklären zu lassen. Eltern zeigen dadurch vielmehr Interesse und auch, dass sie verstanden haben, dass jeder Kindergarten konzeptionell individuell aufgestellt ist.