Fröbel: Der Erfinder des Kindergartens und seine Spielgaben

Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im August 2026

Auf der Suche nach der richtigen Kinderbetreuung stoßen Eltern immer wieder auf den Fröbel-Kindergarten und können zunächst nur wenig damit anfangen. Der pädagogische Ansatz der Einrichtung sollte Müttern und Vätern allerdings geläufig sein, damit sie eine bewusste Entscheidung für oder auch gegen einen Fröbel-Kindergarten treffen können. Nur wer sich mit dem Konzept der Fröbel-Pädagogik identifizieren kann und diese befürwortet, kann seinen Nachwuchs guten Gewissens in einen Fröbel-Kindergarten schicken.

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Hölzerne Fröbel-Spielgaben auf einem Tisch, eine Kinderhand legt einen Baustein

Es macht also durchaus Sinn, dass Eltern verschiedene pädagogische Konzepte ergründen und im Zuge dessen auch die Fröbel-Pädagogik genauer unter die Lupe nehmen. Dabei schadet es auch nicht, sich mit der Person Friedrich Fröbel zu befassen, schließlich handelt es sich dabei um den Begründer dieser pädagogischen Richtung.

Besonderheiten der Fröbelpädagogik

Wer wissen möchte, was einen Fröbel-Kindergarten ausmacht, kommt nicht umhin, dem Wesen der Fröbelpädagogik auf den Grund zu gehen. Kennzeichnend für diese pädagogische Richtung ist das freie Spiel. Dieses soll als effektive Methode der Selbstbildung zum Einsatz kommen und den Kindern die Möglichkeit einer freien Entfaltung bieten.

Das erklärte Ziel der Fröbelpädagogik ist es, die Kinder auf diese Art und Weise zu freien, selbstständigen und denkenden Menschen zu erziehen. Im Fröbel-Kindergarten kommen dabei spezielle Fröbelgaben zum Einsatz, bei denen es sich um besonders förderliche Spielzeuge handeln soll.

Hier sind Grundformen wie Kugel, Zylinder und Würfel vorherrschend und sollen für pädagogisch wertvolles Spielzeug im Kindergarten sorgen. Abgesehen von den Fröbelgaben ist auch das Vorgehen der Erzieher/innen im Fröbel-Kindergarten besonders. Der Fröbelpädagogik folgend nehmen diese eher beobachtende Positionen ein und begleiten die Kinder durch den Kindergartenalltag. Die Bildung soll schließlich nicht von außen kommen, sondern in erster Linie aus dem freien Spiel hervorgehen.


Friedrich Fröbel - Begründer der Fröbelpädagogik

Wenn man sich mit der Fröbelpädagogik und dem entsprechenden Kindergartenalltag befasst, stellt sich zuweilen auch die Frage nach dem Ursprung dieses pädagogischen Ansatzes. In diesem Zusammenhang ist auf den deutschen Pädagogen Friedrich Fröbel zu verweisen. Dieser lebte von 1782 bis 1852 und war seinerzeit ein Schüler von Pestalozzi, der als Reformpädagoge in die Geschichte einging. Fröbel übernahm einiges und entwickelte ein eigenes Konzept, das besonderen Wert auf eine frühkindliche Förderung legte. Er kreierte ein vollkommen neues System, das mit den damaligen Kinderbewahranstalten nur wenig zu tun hatte. Fröbel ging es nicht nur um eine reine Kinderbewahrung, sondern um eine adäquate Förderung im Kleinkindalter. Lieder, Beschäftigungen und spezielle Spielzeuge kamen hier zum Einsatz.

Basierend auf den Ansätzen von Friedrich Fröbel konnte dieser im Jahr 1840 den ersten „Allgemeinen deutschen Kindergarten“ in Bad Blankenburg ins Leben rufen. Fröbel setzte sich damit ein Denkmal und war richtungsweisend für die gesamte Elementarpädagogik. Der Kindergarten, wie wir ihn heute kennen, ist folglich Friedrich Fröbel zu verdanken. Fröbel empfand es als große Offenbarung, den Namen Kindergarten gefunden zu haben, da dieser bestens zu seiner Auffassung adäquater Frühförderung passte. Die Kinder sollten wie junge Pflanzen im Garten gehegt und gepflegt werden, um zu gedeihen.

Ohne das Werk von Friedrich Fröbel wäre das heutige Verständnis des Kindergartens nicht möglich. Unabhängig davon, ob sich ein Kindergarten nun ausdrücklich für die Fröbelpädagogik ausspricht oder nicht, geht es hier nicht nur darum, die Kleinkinder während der Abwesenheit der Eltern zu beaufsichtigen und zu versorgen. Stattdessen steht die frühkindliche Förderung im Fokus, um eine optimale Entwicklung der Kinder zu fördern.


Der Erfinder des Kindergartens

Friedrich Fröbel gründete 1840 in Bad Blankenburg die erste Einrichtung, die er „Kindergarten" nannte - das Wort ist bis heute eines der wenigen deutschen Lehnwörter im Englischen. Der Name war Programm: Kinder sollten wachsen wie Pflanzen in einem Garten, gepflegt, aber nicht gezogen.

Fröbels zentrale Einsicht wirkt heute selbstverständlich, war damals aber neu: Das Spiel ist die eigentliche Arbeit des Kindes und keine Zeitverschwendung, die man sich nach dem Lernen erlaubt.


Die Spielgaben

Fröbel entwickelte eine Reihe aufeinander aufbauender Materialien, die er Spielgaben nannte. Sie beginnen mit einfachen Grundformen und werden schrittweise vielfältiger:

  • Bälle aus Wolle in den Grundfarben
  • Kugel, Walze und Würfel aus Holz
  • Würfel, die sich in kleinere Würfel teilen lassen
  • Stäbchen, Plättchen und Ringe zum Legen

Dazu kamen die „Beschäftigungen": Falten, Flechten, Ausschneiden, Nähen. Beides zusammen - Gaben und Beschäftigungen - bildet den Kern der Fröbelpädagogik. Wer heute mit Bauklötzen arbeitet, steht in dieser Tradition, meist ohne es zu wissen.


Was davon heute gilt

Reine Fröbel-Einrichtungen sind selten. Seine Gedanken sind aber in fast jede Kita eingeflossen: die Wertschätzung des freien Spiels, gestuftes Material, der Gedanke der Selbsttätigkeit und die Rolle der Fachkraft als Begleiterin statt als Lehrerin.

Zu beachten: Fröbel ist zugleich der Name eines grossen bundesweiten Trägers. Eine Einrichtung dieses Trägers arbeitet nicht zwingend nach Fröbels Pädagogik. Einen Überblick über die Ansätze gibt Kindergarten-Konzepte im Überblick.


Häufige Fragen

Gibt es heute noch reine Fröbel-Kindergärten?

Nur wenige. Seine Gedanken sind aber in nahezu alle Konzepte eingeflossen, besonders die Bedeutung des freien Spiels.

Was sind Fröbelgaben?

Eine Reihe aufeinander aufbauender Spielmaterialien aus Holz und Wolle - von der Kugel bis zu teilbaren Würfeln und Legematerial.

Ist der Träger Fröbel dasselbe wie die Fröbelpädagogik?

Nein. Der Name des Trägers sagt nichts darüber aus, nach welchem Konzept eine einzelne Einrichtung arbeitet.