Bauernhofkindergarten: Tiere, Beete und Verantwortung

Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im August 2026

Kinder, die einen Bauernhofkindergarten besuchen, verbringen ihren Kindergartenalltag auf einem Bauernhof und haben so intensiven Kontakt zu Tieren und zur Natur. In Anbetracht der Tatsache, dass Urlaub auf dem Bauernhof für viele Familien als perfekte Ferienzeit gilt, liegt es nahe, den Nachwuchs in einen Bauernhofkindergarten zu schicken.

Auf dieser Seite

Eltern, die einen Platz in einem Bauernhofkindergarten für ihren Nachwuchs suchen, sollten wissen, worauf sie sich damit einlassen. Außerdem darf man nicht vergessen, dass derartige Einrichtungen relativ selten sind. Da vielerorts ohnehin Kindergartenplätze fehlen, kann es sehr schwierig sein, das Kind in einem Bauernhofkindergarten unterzubringen. Zunächst erfahren Interessierte hier viel Wissenswertes und können so ergründen, ob sie sich um einen entsprechenden Kita-Platz bemühen wollen oder nicht.

Kleines Kind erntet Möhren in einem Gemüsebeet

Das macht einen Bauernhofkindergarten aus

Kennzeichnend für einen Bauernhofkindergarten ist, dass es sich um eine Kita im direkten Umfeld eines Bauernhofs handelt. Die Kinder haben so direkten Kontakt zur Landwirtschaft und verbringen die Zeit größtenteils draußen. Die landwirtschaftlichen Prozesse sind hier allgegenwärtig und führen den Kindern vor Augen, woher ihre Nahrung kommt. Zudem findet regelmäßiger Kontakt zu Tieren statt, was ebenfalls eine große Bereicherung darstellt.

Da viele kleine Bauernhöfe aufgrund der Industrialisierung der Landwirtschaft keine Chance mehr haben, kommt es mittlerweile auch vor, dass sich die Betriebe umstellen und beispielsweise zu Bauernhofkindergärten werden. Der Bauernhof ist dann kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr im eigentlichen Sinne, sondern macht es sich zur Aufgabe, Kindern die traditionelle Landwirtschaft näherzubringen. Entsprechende pädagogische Konzepte werden von erfahrenen Erzieherinnen und Erziehern umgesetzt.

Im Bauernhofkindergarten haben die Kinder Anteil an den ökologischen Abläufen und können beispielsweise bei der Versorgung der Tiere, bei der Ernte oder auch beim Kochen helfen. Dabei sind sie größtenteils in der Natur und können die Welt spielerisch und aktiv entdecken.


Wer profitiert besonders vom Besuch eines Bauernhofkindergartens?

Ein Bauernhofkindergarten ist grundsätzlich für alle Kinder ein idealer Ort. Sie können draußen sein, sich austoben und lernen nebenbei viel über die Natur und die Landwirtschaft. Auch hauswirtschaftliche Belange werden thematisiert, sodass die Kinder viel für ihr gesamtes Leben mitnehmen.

Kinder aus der Stadt, denen die Landwirtschaft bislang fremd war, profitieren hier in besonderem Maße. Zudem sollten die lieben Kleinen Tiere lieben und keine Allergien haben.


Welche Alternativen gibt es zu einem Bauernhofkindergarten?

Dass Plätze in Bauernhofkindergärten schwer zu bekommen sind, ist leider Tatsache. Einerseits gibt es nur wenige solcher Einrichtungen und andererseits ist die Nachfrage enorm hoch. Kita-Plätze sind ohnehin vielerorts Mangelware, weshalb Eltern häufig froh sein können, eine Betreuung zu bekommen. Auf einen Platz in einem Bauernhofkindergarten können sie somit erst recht nicht bestehen.

Eltern, die großen Wert auf Naturverbundenheit legen und entsprechende pädagogische Konzepte bevorzugen, können sich aber um einen Platz in einem Waldkindergarten bemühen. Zudem gibt es auch in klassischen Kindergärten teilweise Waldgruppen. Dabei kann es sich um interessante Alternativen zum überaus seltenen Bauernhofkindergarten handeln.


Wie ein Bauernhofkindergarten arbeitet

Die Gruppe ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb untergebracht - entweder in umgebauten Räumen des Hofes oder in einem eigenen Gebäude auf dem Gelände. Anders als beim Waldkindergarten gibt es also feste Räume, der Alltag spielt sich aber größtenteils draußen ab.

Den Rhythmus gibt der Hof vor: Im Frühjahr wird gesät, im Sommer geerntet, im Herbst eingelagert, im Winter versorgt. Die Jahreszeiten sind hier keine Bastelthemen, sondern Arbeit, die anfällt.

Was Kinder dort tun

  • Tiere füttern, ausmisten, Eier einsammeln
  • im Beet säen, giessen, jäten, ernten
  • verarbeiten: Brot backen, Saft pressen, Butter schütteln
  • Maschinen und Abläufe beobachten

Was das bringt

Der Zusammenhang zwischen Tier, Pflanze und Essen wird unmittelbar erfahrbar - eine Erfahrung, die vielen Kindern sonst fehlt. Dazu kommt Verantwortung, die nicht symbolisch ist: Wenn ein Tier nicht gefüttert wird, hat das Folgen. Auch der Umgang mit Werden und Vergehen gehört dazu, einschließlich des Todes von Tieren.


Was zu klären ist

Spricht dafürZu bedenken
echte Verantwortung statt Rollenspiel Tierhaarallergien schließen manche Kinder aus
viel Bewegung und frische Luft Hygiene verlangt feste Regeln, besonders beim Händewaschen
unmittelbarer Bezug zum Essen Höfe liegen oft außerhalb - der Weg ist länger
ruhigeres Umfeld als in der Stadt Maschinen und Tiere erfordern klare Sicherheitsabsprachen

Häufige Fragen

Sind Tiere für Kinder mit Allergien ein Problem?

Bei einer Tierhaarallergie ist ein Bauernhofkindergarten in der Regel nicht geeignet. Das gehört vor der Anmeldung ärztlich geklärt.

Wie ist die Hygiene geregelt?

Über feste Abläufe: Händewaschen nach jedem Tierkontakt und vor dem Essen, getrennte Bereiche für Stall und Gruppenraum, geregelte Arbeitskleidung.

Müssen die Kinder wirklich mitarbeiten?

Die Aufgaben sind Angebote, keine Pflicht. Der Reiz liegt meist darin, dass Kinder von sich aus mitmachen wollen.