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Situationsorientierter Ansatz

Kindergärten sind keine bloßen Bewahranstalten für Kleinkinder, sondern pädagogische Einrichtungen mit einem adäquaten Förderansatz. Kennzeichnend für die Kindergartenpädagogik ist demnach die Tatsache, dass die Betreuung und Förderung der Kindergartenkinder Hand in Hand gehen.

Diese sollen durch den Kita-Besuch Kontakt zu Gleichaltrigen erhalten und zudem bestmöglich in ihrer Entwicklung gefördert werden. Um diese Ziele zu erreichen, setzen die Kindergärten vielfach auf spezielle Konzepte. Darunter fällt unter anderem auch der situationsorientierte Ansatz, der sich in besonderem Maße auf die Eindrücke und den Ausdruck der Kinder stützt.

Eindrücke und Ausdruck im Kindergarten mit situationsorientiertem Ansatz

Der gegenwärtige Ausdruck des Kindes, der sich unter anderem in seinen Bewegungen, Träumen, Spielen und sonstigen Verhaltensweisen zeigt, wird im Rahmen des situationsorientierten Ansatzes als Resultat der in der Vergangenheit gesammelten Eindrücke betrachtet. Vereinfacht lässt sich das aktuelle Verhalten eines Kindes somit durch dessen Erlebnisse und Erfahrungen erklären. Die Lebenswelten der Kinder werden demnach in den Fokus gerückt, so dass anders als bei anderen pädagogischen Konzepten die Sichtweise der Erwachsenen nachrangig ist. Stattdessen werden in Kindergärten mit situationsorientiertem Ansatz regelmäßig Projekte initiiert, die sich mit den Themen befassen, die den Kindern gewissermaßen unter den Nägeln brennen.

Verschiedene parallele Projekte bestimmen den Kindergartenalltag und arbeiten die Themen der Kinder auf. Es geht also nicht so sehr darum, etwaige Bildungsziele zu erreichen, sondern vielmehr darum, den Interessen der Kinder gerecht zu werden und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

Die Basis des situationsorientierten Ansatzes

Erlebte Situationen aus der Gegenwart werden im Zuge des situationsorientierten Ansatzes aufgegriffen, so dass die Kinder das Erlebte besser verarbeiten können. Daraus soll sich dann eine bestmögliche Entwicklung ergeben, die vor allem der nahezu permanenten Reizüberflutung der Gegenwart entgegentritt. Dabei weist der situationsorientierte Ansatz ein hohes Maß an Wissenschaftlichkeit auf und bezieht seine Basis aus den folgenden Disziplinen:

  • Bildungsforschung
  • Bindungsforschung
  • Hirnforschung

Insgesamt wird der situationsorientierte Ansatz den humanistischen Konzepten der Kindergartenpädagogik zugeordnet, weil er das humanistische Weltbild zu seiner Basis erklärt. Weiterhin spielen Werte wie Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft wesentliche Rollen und haben stets Anteil an der praktischen Arbeit nach dem situationsorientierten Ansatz. Selbstbildung, Wahrnehmungsoffenheit und soziale Kompetenzen sind essenzielle Grundlagen und sollen aktiv gefördert werden, um den Kindern eine positive Entwicklung und größtmögliche Lebensfreude zu bescheren.

Situationsorientierter Ansatz und Situationsansatz im Vergleich

Wenn vom situationsorientierten Ansatz die Rede ist, besteht stets eine gewisse Verwechslungsgefahr mit dem Situationsansatz. Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche pädagogische Konzepte, weshalb eine exakte Abgrenzung unerlässlich ist.

So sollte man wissen, dass der situationsorientierte Ansatz im Gegensatz zum Situationsansatz keinen didaktischen Schwerpunkt aufweist. Die Eindrücke der Kinder stehen stattdessen im Fokus, so dass eine Aufarbeitung der Vergangenheit den Kern dieses Konzeptes ausmacht. Beim Situationsansatz geht es im Gegensatz dazu eher darum, die Kinder für die Zukunft zu rüsten.

Die Geschichte des situationsorientierten Ansatzes

Obwohl der situationsorientierte Ansatz gewisse Parallelen zum Situationsansatz aufweist und nicht selten mit diesem verwechselt wird, ist darin ein eigenständiges pädagogisches Konzept zu sehen. Dessen Geschichte reicht bis in die 1980er-Jahre zurück. In den 1990er-Jahren gewann der situationsorientierte Ansatz im Bereich der Kindergartenpädagogik vermehrt an Bedeutung und konnte sich so als einer der mittlerweile zahlreichen Ansätze der Elementarpädagogik etablieren.

Viele Pädagogen sehen darin im Übrigen nicht nur ein Konzept aus der Vergangenheit, sondern auch einen für die Zukunft der Kindergartenpädagogik wegweisenden Ansatz. Professionalität, Wissenschaftlichkeit und die besondere Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder sind zentrale Säulen des situationsorientierten Ansatzes, der dementsprechend auch eine hohe Zukunftsorientierung aufweist. Dass sich dieser weiterentwickelt und nicht auf dem Stand der 80er- oder 90er-Jahre stehenbleiben kann, steht dabei außer Frage.