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Erzieher als Partner der Eltern

Die Kindererziehung obliegt im Wesentlichen den Eltern, so dass Mutter und Vater hier die Hauptrollen spielen. Allerdings brauchen Kinder mehr Bezugspersonen und haben im Idealfall Großeltern, Onkel und Tanten sowie viele weitere Menschen, die sie lieben und sich um sie kümmern.

Ein afrikanisches Sprichwort besagt, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen, und macht deutlich, dass die Erziehung und Bildung von Kindern eher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen ist. Dass die meisten Eltern hierzulande ihren Nachwuchs vor Schulbeginn in den Kindergarten bringen, wird diesem Anspruch gewissermaßen gerecht und sorgt für eine Förderung und Betreuung auch außerhalb des familiären Umfeldes.

In früheren Zeiten war es noch unüblich, Kleinkinder durch Fremde betreuen zu lassen. Das Zusammenleben mehrerer Generationen machte es möglich, dass die Kinder beispielsweise bei den Großeltern blieben, während die Eltern arbeiteten. Das klassische Rollenbild sieht zudem vor allem die Mutter in der Pflicht, die dementsprechend die Kindererziehung übernimmt, während der Vater für den Broterwerb sorgt und seinem Beruf nachgeht.

Die tägliche Erziehung der Kinder obliegt demnach vor allem den Frauen. Mittlerweile hat glücklicherweise ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden, so dass auch die Rolle der Väter zunehmend in den Fokus rückt.

Darum sind die Erzieher/innen wichtige Partner der Eltern

Heutzutage ist vielen Müttern und Vätern eine rasche Rückkehr in den Beruf sehr wichtig. Finanzielle Gründe oder auch der Wunsch, die Karriere weiter voranzutreiben, sind hier vorherrschend und sorgen dafür, dass die Familienphase nicht die gesamte Kindheit abdeckt. Früher oder später ist eine Fremdbetreuung ein Thema, so dass die Suche nach einem geeigneten Kindergartenplatz ansteht.

Dabei soll es nicht nur um die Betreuung gehen, denn die moderne Kita ist weitaus mehr als eine reine Kinderverwahranstalt. Unabhängig von der Berufstätigkeit der Eltern können die Kinder enorm profitieren und werden im Kindergarten gemeinsam mit Gleichaltrigen umfassend gefördert und gefordert. Die Erzieher/innen übernehmen dadurch neben den Eltern eine wichtige Rolle in der Erziehung und werden zu Bezugspersonen der Kinder. Das zu akzeptieren, ist für Eltern nicht immer leicht, aber von größter Bedeutung.

Indem man sich auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit einlässt, kann man dem eigenen Nachwuchs bestmöglich gerecht werden. Die pädagogischen Fachkräfte sind dabei keineswegs Konkurrenten der Eltern, sondern wollen diese bestmöglich unterstützen.

Was sollten Eltern in der Zusammenarbeit mit den Erziehern vermeiden?

Engagierte Erzieher/innen wissen selbstverständlich um die Wichtigkeit der Eltern und sind um eine gute Zusammenarbeit bemüht. Dass die Erzieher und Eltern als Partner agieren sollten, steht außer Frage. In Anbetracht der Tatsache, dass es allen Beteiligten um eine bestmögliche Betreuung und Förderung der Kinder geht, schafft eine solide Basis.

Nichtsdestotrotz erleben Erzieher/innen immer wieder Konflikte mit den Müttern und Vätern und können keine partnerschaftliche Erziehung gewährleisten. Dass die Eltern einen anderen Blick auf ihre Kinder haben, liegt in der Natur der Sache und sollte bei den pädagogischen Fachkräften auf Verständnis stoßen.

Gleichzeitig muss man sich als Mutter oder Vater in die Lage der Erzieherin versetzen und sollte die folgenden Verhaltensweisen vermeiden:

  • fehlende Organisation und Struktur
  • übermäßige Kontrolle
  • Desinteresse
  • Oberflächlichkeit
  • Schuldzuweisungen
  • fehlendes Vertrauen
  • Bedrohungen

Wer ein solches Verhalten an den Tag legt, wird sich in der Zusammenarbeit mit den Erziehern sehr schwertun. Solche Eltern behindern vielfach den Kindergartenalltag und bringen die pädagogischen Fachkräfte an ihre Grenzen, obwohl diese ihre ganze Kraft eigentlich für die Betreuung und Förderung der Kinder brauchen. Dass man durch ein solch unangemessenes Verhalten auch dem eigenen Nachwuchs schadet und kein gutes Vorbild ist, steht zudem außer Frage.

Wie können sich Eltern in der Kita engagieren?

Ein respektvoller Umgang sowie ein gewisses Vertrauen schaffen die Basis dafür, dass die Erzieher und Eltern in der Kindererziehung tatsächlich als Partner agieren können. Wer es dabei allein nicht belassen möchte und weiteres Engagement zeigen will, ist in den Kindergärten herzlich willkommen. Da es in der Kita vielfach an Personal mangelt, werden Angebote von Eltern gerne angenommen.

Dabei kann es sich zum Beispiel um das klassische Kuchenbacken zu besonderen Anlässen handeln. Zudem ist es beispielsweise denkbar, dass Eltern regelmäßig im Kindergarten vorlesen oder ihr handwerkliches Geschick im Rahmen entsprechender Projekte weitergeben.

Handarbeiten und andere künstlerische Aktivitäten sind ebenso wie Bewegungsangebote sehr gefragt. Die unterschiedlichen Kompetenzen der zahlreichen Eltern können somit viel Abwechslung in den Kita-Alltag bringen.