Kostenloser Kurs für Eltern

Wenn es in der Kita schwierig wird

Hauen, Beißen, keine Freunde: verstehen, begleiten und gut mit der Kita sprechen.

4 Lektionenca. 25 Minutenkostenlosohne Anmeldung

Am Ende haben Sie
Ihr Gesprächsplan für die Kita liegt ausgefüllt vor: was passiert ist, Ihre Fragen und eine Vereinbarung, wer was bis wann tut.
Darum klappt es
  • Warum Kinder hauen, beißen und ausgrenzen, verständlich erklärt
  • Sätze, die Ihrem Kind im Alltag weiterhelfen
  • Ideen, die ein ausgegrenztes Kind stärken
  • Gesprächsplan für die Kita als PDF
Aufwand
Ein paar Tage beobachten, den Plan ausfüllen und das Gespräch mit der Kita führen
Zeit
25 Minuten Kurs, etwa 15 Minuten für den Plan.

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Lektion 1 Warum Kinder hauen, beißen und ausgrenzen

Ziel dieser Lektion: Sie können einordnen, was hinter dem Verhalten steckt, und reagieren gelassener.

Danach liegt vor: Ihre Notiz, in welchen Situationen es zu Streit kommt.

Ein Anruf aus der Kita, ein Biss am Arm, ein trauriges „Keiner will mit mir spielen“: Das trifft Eltern mitten ins Herz. Hilfreich ist zuerst ein Blick auf das Alter. Kleinkinder zwischen eins und drei beißen und hauen oft, weil ihnen die Worte fehlen. Sie wollen etwas haben, sind überfordert oder testen, was passiert. Das ist in diesem Alter häufig und kein Zeichen für eine schlechte Erziehung.

Im Kindergartenalter kommen Machtproben und Gruppenregeln dazu. „Du darfst nicht mitspielen“ gehört zum Ausprobieren von Freundschaft. Kinder lernen dabei, wie man dazugehört und was weh tut. Begleiten müssen das die Erwachsenen trotzdem.

Ein Zweijähriger beißt in der Krippe ein anderes Kind. Was steckt meist dahinter?

In diesem Alter ersetzt Beißen oft die Sprache. Mit der Sprache wächst meist auch die Fähigkeit, Konflikte anders zu lösen.

Lektion 2 Wenn Ihr Kind haut oder beißt

Ziel dieser Lektion: Sie reagieren klar, ohne Ihr Kind zu beschämen, und geben ihm andere Wege an die Hand.

Danach liegt vor: Drei Sätze, mit denen Ihr Kind künftig sagen kann, was es will.

  1. Ruhig bleiben: Am Nachmittag ist die Situation in der Kita längst geklärt. Eine Strafe Stunden später versteht Ihr Kind nicht mehr.
  2. Nachfragen, nicht verhören: „Die Erzieherin hat erzählt, dass du Mia gehauen hast. Was war los?“
  3. Gefühl anerkennen, Handlung begrenzen: „Du warst wütend, weil sie dir das Auto weggenommen hat. Hauen ist aber nicht in Ordnung.“
  4. Andere Wege üben: Sätze wie „Stopp, ich will das nicht!“, „Ich bin noch dran!“ oder „Hilf mir bitte!“ beim Spielen zu Hause ausprobieren.
  5. Mit der Kita abstimmen: Fragen Sie, wie die Fachkräfte reagieren, damit Ihr Kind zu Hause und in der Kita dasselbe hört.

Namen anderer Kinder: Viele Kitas nennen den Eltern nicht, wer gebissen hat oder gebissen wurde. Das schützt alle Kinder davor, abgestempelt zu werden. Streit zwischen Eltern hilft selten, die Kita ist die richtige Ansprechpartnerin.

Ihr Kind hat vormittags gehauen. Was hilft am Nachmittag am meisten?

Eine späte Strafe verbindet Ihr Kind nicht mehr mit der Situation. Verstehen und üben wirkt länger.

Lektion 3 Wenn Ihr Kind gehauen wird oder keine Freunde findet

Ziel dieser Lektion: Sie stärken Ihr Kind, ohne die Sorge größer zu machen, als sie ist.

Danach liegt vor: Eine verabredete Spielzeit mit einem anderen Kind aus der Gruppe.

  • Zuhören: Lassen Sie Ihr Kind erzählen, ohne gleich zu bewerten. „Das klingt, als wärst du traurig gewesen.“
  • Nicht jeden Tag nachbohren: Die Frage „Hat dich heute wieder jemand geärgert?“ lenkt den Blick auf das Schlechte.
  • Stopp üben: Laut „Stopp!“ sagen, Hand hochhalten, zu einer Erzieherin gehen. Das darf zu Hause als Spiel geübt werden.
  • Freundschaften anbahnen: Fragen Sie, mit wem Ihr Kind gern spielt, und laden Sie dieses Kind zu sich ein. Zu zweit gelingt Freundschaft leichter als in der großen Gruppe.
  • Stärken zeigen lassen: Ein Kind, das etwas gut kann, etwa ein Spiel erklären, findet leichter Anschluss.
  • Kita einbeziehen: Fachkräfte können Spielpartner zusammenbringen und darauf achten, dass niemand dauerhaft ausgeschlossen wird.

Ihr Kind sagt: „Keiner will mit mir spielen.“ Was ist ein guter erster Schritt?

Zuhören nimmt das Gefühl ernst. Die Frage nach einem Wunsch-Spielpartner öffnet den Weg zu einer Verabredung.

Lektion 4 Das Gespräch mit der Kita

Ziel dieser Lektion: Sie gehen vorbereitet ins Gespräch und kommen mit einer klaren Vereinbarung heraus.

Danach liegt vor: Ihr ausgefüllter Gesprächsplan mit Vereinbarung und Folgetermin.

  1. Termin vereinbaren: nicht zwischen Tür und Angel beim Abholen, sondern mit Ruhe und ohne Kind.
  2. Beobachtungen mitbringen: Ihre Notizen aus Lektion 1, mit Datum und so, wie Ihr Kind erzählt hat.
  3. Mit einer Beobachtung beginnen: „Mein Kind erzählt seit zwei Wochen, dass es nicht mitspielen darf“ statt „Hier passt niemand auf.“
  4. Zuhören: Wie erleben die Fachkräfte die Situation? Oft sehen sie etwas, das Eltern nicht sehen, und umgekehrt.
  5. Gemeinsames Ziel: „Wir möchten beide, dass sich Ihr Kind in der Gruppe wohlfühlt.“
  6. Vereinbaren: Wer macht was bis wann? Zum Schluss einen Folgetermin in zwei bis vier Wochen ausmachen.

Wenn es nicht besser wird: Sprechen Sie mit der Kita-Leitung, später mit dem Träger. Erziehungsberatungsstellen beraten Eltern kostenlos und vertraulich. Hält die Belastung lange an, kann auch ein Kindergartenwechsel eine Lösung sein.

Womit beginnen Sie das Gespräch mit der Erzieherin am besten?

Eine Beobachtung öffnet das Gespräch, ein Vorwurf schließt es. So suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung.

Geschafft! Unten gibt es den Gesprächsplan für die Kita zum Ausdrucken.

Stand: November 2026. Der Kurs ersetzt keine Beratung durch Jugendamt, Kita oder Ärztin. Alle Kurse