Kinderpsychologe - Psychologische Betreuung für Kinder
Von der kindergarten.info-Redaktion
Auf dieser Seite
- Darum geht es in der Kinderpsychologie
- Der Beruf des Kinderpsychologen
- Qualifizierung als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in für Erzieher/innen
- Wann Unterstützung sinnvoll ist
- Wer wofür zuständig ist
- Häufige Fragen
- Wann sollte ich mit meinem Kind zum Psychologen?
- Was kostet das?
- Wie lange dauert es bis zu einem Termin?
Darum geht es in der Kinderpsychologie
Die Kinderpsychologie versteht sich als Disziplin der Entwicklungspsychologie und fokussiert dabei vor allem die Kindheit. Je nach Auslegung der Kinderpsychologie kann diese allerdings schon bei der Pränatalentwicklung ansetzen. Im Wesentlichen konzentriert sie sich jedoch auf die Kindheit und Jugendzeit. Im Laufe der Zeit hat sich die Kinderpsychologie stetig weiterentwickelt und mehr und mehr an Bedeutung gewonnen.
Strenge und autoritäre Erziehungsmethoden gelten mittlerweile nicht mehr als zeitgemäß. Es ist unter anderem auch den Erkenntnissen der Kinderpsychologie zu verdanken, dass der Individualität eines jeden Kindes verstärkt Rechnung getragen wird. Es geht also nicht mehr darum, das Kind durch strenge Erziehung in die gewünschten Bahnen zu lenken, sondern um eine adäquate Förderung.
Die Kinderpsychologie liefert gewissermaßen die Basis für die moderne Pädagogik, indem sie die altersbezogenen Veränderungen im Verhalten und Erleben während des Heranwachsens betrachtet. Das Lernen, die Sozialisation und auch die Selbstverwirklichung sind hier zentrale Aspekte.
Der Beruf des Kinderpsychologen
Der Beruf des Kinderpsychologen basiert auf den Erkenntnissen der Kinderpsychologie und widmet sich dabei der psychologischen Hilfe bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten oder psychosomatischen Problemen. Grundsätzlich muss man hier genau differenzieren und wissen, dass es sich bei einem Kinderpsychologen um jemanden handelt, der zunächst ein Psychologiestudium abgeschlossen und dann eine Weiterbildung in Sachen Kinder und Jugendliche absolviert hat. Davon abzugrenzen ist der Kinderpsychiater, der Mediziner mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendpsychiatrie ist.
In vielen Fällen wird die Bezeichnung Kinderpsychologe aber auch für den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten genutzt. Dieser hat beispielsweise Pädagogik studiert und im Anschluss daran eine psychotherapeutische Weiterbildung absolviert, um Kinder und Jugendliche psychotherapeutisch behandeln zu dürfen.
Qualifizierung als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in für Erzieher/innen
Im beruflichen Alltag werden Erzieher/innen immer wieder mit verhaltensauffälligen Kindern konfrontiert, denen sie beispielsweise im Kindergartenalltag nur unzureichend gerecht werden können. Wer daraus seine Berufung zieht, will sich als Erzieher/in weiterentwickeln und fasst eine Qualifizierung als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in ins Auge. Die umfassenden Erfahrungen aus dem Kindergarten sind ohne Frage sehr wertvoll, aber noch keine ausreichende Basis, um Kinderpsychologin beziehungsweise Kinderpsychologe zu werden. Dazu bedarf es eines Studiums, das mit dem Diplom oder dem Master in einem der folgenden Fächer zu absolvieren ist:
- Pädagogik
- Psychologie
- Sozialpädagogik
- Soziale Arbeit
- Heilpädagogik
Nach dem Studienabschluss steht dann noch die Approbation an, die die Zulassung als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in darstellt. Damit darf man dann auch in einer eigenen Praxis tätig werden und Kinder sowie Jugendliche psychotherapeutisch behandeln. Wer als Erzieher/in ohnehin mit einem berufsbegleitenden Studium liebäugelt und gerne psychotherapeutisch mit Kindern arbeiten möchte, sollte diesen Qualifizierungsweg kennen und in Angriff nehmen. Für Psychologische Psychotherapeuten besteht zudem die Möglichkeit, eine anerkannte Zusatzqualifikation auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendlichentherapie zu erlangen.
Wann Unterstützung sinnvoll ist
Kinder zeigen Belastung selten in Worten, sondern im Verhalten. Ein einzelnes Anzeichen ist noch kein Grund zur Sorge - anhaltende Veränderungen über mehrere Wochen sind es:
- Rückzug aus dem Spiel mit anderen Kindern
- Einnässen oder Sprachverlust nach einer beschwerdefreien Zeit
- Schlafstörungen und wiederkehrende Albträume
- starke, lang anhaltende Trennungsangst
- häufige Wutausbrüche, die sich nicht beruhigen lassen
- Kopf- und Bauchschmerzen ohne körperlichen Befund
Wer wofür zuständig ist
| Stelle | Wobei sie hilft | Kosten |
|---|---|---|
| Kinderärztin | erste Einschätzung, Überweisung | Krankenkasse |
| Erziehungsberatungsstelle | Erziehungsfragen, Trennung, Konflikte - ohne Diagnose | kostenlos, § 28 SGB VIII |
| Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie | Therapie bei diagnostizierter Störung | Krankenkasse |
| Sozialpädiatrisches Zentrum | Entwicklungsdiagnostik, komplexe Fälle | Überweisung nötig |
| Frühförderstelle | Entwicklungsverzögerungen bis zur Einschulung | kostenlos |
Der schnellste Weg ist meist die Erziehungsberatungsstelle: kostenlos, ohne Überweisung, auf Wunsch anonym, oft in wenigen Wochen ein Termin. Für einen Therapieplatz sind dagegen Wartezeiten von sechs bis zwölf Monaten üblich - die Terminservicestelle unter 116 117 vermittelt Erstgespräche.
Was die Kita zur Entwicklung beobachtet, beschreibt der Beitrag Basiskompetenzen bei Kindern.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit meinem Kind zum Psychologen?
Wenn Veränderungen über mehrere Wochen anhalten - Rückzug, Schlafstörungen, Einnässen nach beschwerdefreier Zeit oder Schmerzen ohne Befund.
Was kostet das?
Erziehungsberatungsstellen und Frühförderung sind kostenlos, Psychotherapie zahlt die Krankenkasse.
Wie lange dauert es bis zu einem Termin?
Bei der Erziehungsberatung meist wenige Wochen, bei einem Therapieplatz sechs bis zwölf Monate. Die 116 117 vermittelt Erstgespräche.
