Montessori Spielzeug
Von der kindergarten.info-Redaktion
Montessori-Spielzeug ist vor allem für Kindergärten und ähnliche Einrichtungen ein Thema, die der Pädagogik von Maria Montessori folgen. In erster Linie soll das Kind dabei in seiner individuellen Entwicklung gefördert werden und von vielfältigen Freiräumen profitieren. Freiarbeit und weitere Grundsätze sollen dafür sorgen, dass das Kind sich frei entfalten kann. Dabei ist stets der Grundsatz „Hilf mir, es selbst zu tun“ das Maß aller Dinge.
Auf dieser Seite
- Spielzeug in der Montessoripädagogik
- Montessori-Material kaufen
- Was Montessori-Material ausmacht
- Was zu welchem Alter passt
- Woran sich brauchbares Material erkennen lässt
- Was es nicht braucht
- Häufige Fragen
- Ab welchem Alter ist Montessori-Material sinnvoll?
- Ist „Montessori" auf der Verpackung ein Gütesiegel?
- Wie viel Material braucht ein Kind?
- Muss es teuer sein?
In der Montessori-Pädagogik geht es also nicht darum, die Kinder in ein vorgefertigtes Schema zu pressen, sondern ihnen die Möglichkeit zur freien Entfaltung zu geben. Eine adäquate Umgebung ist die Basis der Montessoripädagogik, so dass unter anderem auch spezielles Spielzeug zum Einsatz kommt. Obgleich die Kinder im Montessori-Kindergarten vor allem frei spielen sollen, dürfen Spielsachen hier natürlich nicht fehlen. Montessori-Spielzeug ist aber etwas ganz Besonderes und erfüllt besondere Kriterien, die der Umsetzung des pädagogischen Konzeptes von Maria Montessori entsprechen.
Spielzeug in der Montessoripädagogik
Eine kindgerechte Einrichtung ist in jedem Kindergarten ein Muss und wird in der Montessoripädagogik besonders berücksichtigt. So sollen die Kinder beispielsweise selbst in der Lage sein, die Stühle und Tische zu tragen. Auf diese Art und Weise werden sie einerseits motorisch gefördert und werden andererseits zu größtmöglicher Selbständigkeit erzogen. Im Kindergarten-Alltag sollen sie eigenständig agieren können und auf so wenig Hilfe wie möglich angewiesen sein.
Trotz aller Freiheiten erfahren die Kinder selbstverständlich bei Bedarf Unterstützung durch die Erzieher/innen und können zudem verschiedenste Spielzeuge nutzen. Die Spielsachen im Montessori-Kindergarten werden allerdings besonders sorgsam ausgewählt und müssen speziellen Ansprüchen genügen. Maria Montessori entwickelte nicht nur eine eigene Pädagogik, sondern auch eigene Arbeitsmaterialien, die der Umsetzung des pädagogischen Ansatzes dienen.
Dieses Material ist das vorherrschende Spielzeug in Sachen Montessori und lässt sich den folgenden fünf Lernbereichen zuordnen:
- Übungen des täglichen Lebens
- Sprachmaterial
- Mathematikmaterial
- Material zur kosmischen Erziehung
- Sinnesmaterial
In jeder der genannten Kategorien existiert eine gewisse Bandbreite, so dass trotz der strengen Kriterien vielfältige Montessori-Spielzeuge zur Auswahl stehen. Zu nennen sind dabei unter anderem Rahmen mit verschiedenen Verschlüssen, Lernuhren, Montessori-Türme, Prismen, Fühl-Memos, Jahreskette, Lernkalender, Spindelkästen und Perlenstäbchen.
Neben einer hochwertigen Verarbeitung aus möglichst natürlichen Materialien zeichnen sich die Montessori-Spielzeuge auch stets durch einen pädagogisch wertvollen Hintergrund aus. Dem Konzept der Freiarbeit folgend sollen die Materialien für die Kinder gut erreichbar und stets verfügbar sein. Die Kinder können so frei entscheiden, womit sie sich beschäftigen.
Montessori-Material kaufen
Träger eines Montessori-Kindergartens und mitunter auch Eltern, die ihrem Nachwuchs zuhause eine bestmögliche Förderung bieten möchten, können Montessori-Material im Fachhandel oder auch online kaufen. Dabei ist darauf zu achten, dass man es nicht übertreibt, denn Wertschätzung und Rücksichtnahme sind dabei wichtige Aspekte. Um diese zu fördern, ist ein Überfluss bei Montessori-Spielzeug unbedingt zu vermeiden. Stattdessen soll jedes Spielzeug nur einmal vorhanden sein. Zugleich sollte man stets beachten, dass es beim Montessori-Spielzeug nicht nur um kurzweilige Unterhaltung geht, sondern vielmehr die Förderung des Kindes vorangetrieben werden soll.
Das Kind soll sich eigenständig und aktiv mit dem Material beschäftigen und so unter anderem zu einer höheren Konzentrationsfähigkeit gelangen. Nur so kann das Kind wertvolle Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln. Eine Rücksichtnahme auf die jeweilige Entwicklungsstufe des Kindes ist dabei ebenfalls unbedingt erforderlich. Wer Montessori-Spielzeug kaufen möchte, findet Materialien für alle Altersstufen, wodurch die Montessoripädagogik bereits früh einsetzen kann.
Was Montessori-Material ausmacht
Maria Montessori sprach nie von Spielzeug, sondern von Material. Der Unterschied ist kein Wortspiel: Ein Gegenstand soll eine Sache können, nicht zehn. Vier Merkmale kehren wieder:
- Eine Eigenschaft isoliert. Der Rosa Turm unterscheidet sich nur in der Größe - gleiche Farbe, gleiche Form. So begreift ein Kind „größer und kleiner", ohne von Farben abgelenkt zu werden.
- Fehlerkontrolle im Material. Passt ein Zylinder nicht in die Öffnung, merkt das Kind es selbst. Niemand muss korrigieren - und niemand muss loben.
- Echte Materialien. Holz, Metall, Glas, Stoff. Sie haben Gewicht, Temperatur und Geräusch; Kunststoff hat davon wenig.
- Ein Exemplar je Sache. Wer warten muss, lernt warten. In der Wohnung heißt das vor allem: wenig, aber gut erreichbar.
Was zu welchem Alter passt
| Alter | Worum es geht | Beispiele |
|---|---|---|
| ab 1 Jahr | Greifen, Einordnen, erste Zusammenhänge zwischen Handlung und Wirkung | Steckspiel mit einer Form, Bälleturm, Objektpermanenz-Box, grosse Holzperlen |
| ab 2 Jahren | Feinmotorik, Sortieren, erste Selbstständigkeit im Alltag | Schraubbrett, Nachziehtier, Sortierschale, kleiner Besen und Kehrblech |
| ab 3 Jahren | Reihenfolgen, Mengen, Vorbereitung des Schreibens | Rosa Turm, Einsatzzylinder, Perlen auffädeln, Schüttübungen mit Wasser |
| ab 4 bis 6 Jahren | Zahlen, Buchstaben, längere Arbeitsketten | Sandpapierbuchstaben, Spindelkasten, Zahlenstangen, Knöpf- und Bindebrett |
Die Altersangaben sind Anhaltspunkte, keine Vorgabe. Entscheidend ist, was ein Kind gerade tatsächlich tut: Wer alles ausräumt, braucht etwas zum Ein- und Ausräumen - egal, was auf der Verpackung steht.
Woran sich brauchbares Material erkennen lässt
- Es hat eine klare Aufgabe, nicht fünf Funktionen.
- Es macht keine Geräusche und leuchtet nicht - die Aufmerksamkeit soll beim Tun bleiben.
- Es ist robust und liegt gut in der Hand; Gewicht gehört zur Erfahrung.
- Das Kind kann es allein holen und wieder wegräumen.
- Es ist schön genug, um im Regal stehen zu bleiben.
Weniger ist mehr. Acht bis zehn Dinge im offenen Regal, der Rest weggeräumt und alle paar Wochen getauscht. Ein volles Regal führt dazu, dass ein Kind nichts mehr auswählt, sondern nur noch ausräumt.
Was es nicht braucht
„Montessori" ist keine geschützte Bezeichnung. Vieles, was so beworben wird, ist normales Holzspielzeug mit Aufschlag - manches widerspricht dem Ansatz sogar, etwa Sortierboxen mit acht Formen gleichzeitig oder Material, das singt, wenn es richtig eingesetzt wurde: Damit übernimmt der Gegenstand die Rückmeldung, die das Kind selbst geben soll.
Der Alltag liefert vieles umsonst: Wäsche sortieren, Gemüse schneiden mit einem stumpfen Messer, Tisch decken, Blumen giessen. Montessori nannte das Übungen des täglichen Lebens, und sie stehen im Original ganz am Anfang - vor jedem gekauften Material. Mehr zum Ansatz steht unter Montessori-Kindergarten.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist Montessori-Material sinnvoll?
Erste Materialien gibt es ab etwa einem Jahr. Wichtiger als das Alter ist, was ein Kind gerade tut - wer ausräumt, braucht etwas zum Ein- und Ausräumen.
Ist „Montessori" auf der Verpackung ein Gütesiegel?
Nein. Der Begriff ist nicht geschützt. Aussagekräftig sind die Merkmale: eine isolierte Eigenschaft, Fehlerkontrolle im Material, echte Werkstoffe.
Wie viel Material braucht ein Kind?
Wenig. Acht bis zehn Dinge im offenen Regal, alle paar Wochen getauscht. Ein volles Regal führt dazu, dass gar nichts mehr ausgewählt wird.
Muss es teuer sein?
Nein. Die Übungen des täglichen Lebens - Tisch decken, Wäsche sortieren, giessen - kosten nichts und stehen im Ansatz vor jedem gekauften Material.
