Katholische Kindergärten: Träger, Alltag und Aufnahme
Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im Oktober 2026
Hinsichtlich der Trägerschaft gibt es im Bereich der Kindergärten große Unterschiede. Viele Kindertagesstätten befinden sich in kommunaler Trägerschaft, während andere Kindergärten kirchlich daherkommen. Dazu gehören unter anderem auch Kindergärten in katholischer Trägerschaft, die vielerorts wichtige Bestandteile der katholischen Kirchengemeinde sind.
Auf dieser Seite
- Warum Kirchen so viele Kindergärten betreiben
- Merkmale katholischer Kindergärten
- Der Alltag in einem katholischen Kindergarten
- Das Kirchenjahr im Kindergarten
- Katholischer Kindergarten - Für wen eignet er sich?
- Katholisch, evangelisch oder kommunal?
- Häufige Fragen
- Muss mein Kind katholisch sein?
- Muss mein Kind an religiösen Angeboten teilnehmen?
- Kostet ein kirchlicher Kindergarten mehr?
Wer nach dem richtigen Kindergartenplatz für sein Kind sucht und den entsprechenden Rechtsanspruch nutzen möchte, landet so immer wieder auch bei dem einen oder anderen katholischen Kindergarten. Handelt es sich bei dem Träger einer Kindertagesstätte um die katholische Kirche, wirft dies zuweilen einige Fragen auf. Eltern, die die richtige Betreuung für ihren Nachwuchs suchen und dabei unter anderem auch einen Kindergarten in katholischer Trägerschaft ins Auge fassen, sollten sich daher vorab gut informieren und ein genaues Bild von katholischen Kindergärten machen.
Warum Kirchen so viele Kindergärten betreiben
Katholische und evangelische Träger stellen zusammen einen erheblichen Teil aller Einrichtungen in Deutschland. Historisch waren kirchliche Einrichtungen lange vor kommunalen da; das System der freien Träger, das im Achten Sozialgesetzbuch verankert ist, hat diese Struktur fortgeschrieben.
Träger ist meist die Kirchengemeinde oder ein übergeordneter Verband - im katholischen Bereich häufig ein Kita-Zweckverband auf Ebene des Bistums, der mehrere Häuser bündelt.
Merkmale katholischer Kindergärten
Zunächst stellt sich die Frage, ob und inwiefern die katholische Trägerschaft den Alltag in einem entsprechenden Kindergarten beeinflusst. Grundsätzlich sollte man sich dabei immer wieder vor Augen führen, dass die katholische Kirche die Institution ist, die den Kindergarten betreibt. Die Glaubenslehre und Sittenlehre der katholischen Kirche hat folglich ohne Frage Einfluss auf den Kindergartenalltag.
Dies liegt schon allein daran, dass die Fachkräfte seitens des Trägers gewisse Leitfäden an die Hand bekommen und die christliche Prägung des Hauses mittragen. Katholisch sein müssen sie seit der neuen Grundordnung des kirchlichen Dienstes (in Kraft seit 2023) nicht mehr in jedem Fall - religionspädagogische Aufgaben und die Leitung liegen aber meist bei katholischen Fachkräften. Religionspädagogik spielt in Kindergärten in katholischer Trägerschaft eine nicht unerhebliche Rolle, so dass Gott, Jesus und Bibelgeschichten immer wieder thematisiert werden. Eine wertorientierte Bildung und Erziehung ist das Ziel eines jeden katholischen Kindergartens, der sich das christliche Menschenbild zum Vorbild nimmt.
Finanziert werden katholische Kindergärten wie alle Einrichtungen freier Träger: Den größten Teil der Betriebskosten tragen Land und Kommune, die Kirche bringt einen Eigenanteil auf. Die Eltern zahlen deshalb in der Regel dieselben, oft einkommensabhängigen Beiträge wie in anderen Einrichtungen vor Ort. Im Gegenzug existiert hier zumeist ein für alle Seiten zufriedenstellender Betreuungsschlüssel.
Der Alltag in einem katholischen Kindergarten
Die religiöse Prägung katholischer Kindergärten ist nicht von der Hand zu weisen und liegt in der Natur der Sache. Festtage wie Ostern und Weihnachten werden hier unter religiösen Aspekten betrachtet, so dass die Kinder schon in jungen Jahren an das christliche Menschenbild und die katholische Kirche herangeführt werden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es in einem katholischen Kindergarten ausschließlich um Bibelgeschichten geht.
Kindertagesstätten in katholischer Trägerschaft nehmen die religiöse Erziehung der Kinder zwar sehr ernst, setzen aber zugleich natürlich auch auf die allgemeine Pädagogik. Die Religionspädagogik ist folglich nur ein Aspekt des Gesamtkonzeptes. Für Geschichten oder auch Bastelstunden liefert die katholische Kirche aber dennoch immer wieder geeignete Vorlagen. Dessen sollten sich Eltern bewusst sein, die ihr Kind in einem katholischen Kindergarten anmelden.
- Feste im Kirchenjahr. Erntedank, St. Martin, Advent, Ostern - meist mit Beteiligung der Gemeinde.
- Religiöse Elemente wie Tischgebet, Geschichten aus der Bibel, gelegentlich Gottesdienste für Familien.
- Werteorientierung als Teil der Konzeption: Nächstenliebe, Achtung vor der Schöpfung, Umgang mit Schuld und Versöhnung.
Der Umfang unterscheidet sich stark. Manche Häuser sind deutlich religiös geprägt, andere unterscheiden sich im Alltag kaum von kommunalen Einrichtungen.
Das Kirchenjahr im Kindergarten
- Erntedank (Anfang Oktober)
- St. Martin mit Laternenumzug (11. November)
- Advent, Adventskranz
- Nikolaus (6. Dezember)
- Krippenspiel, Weihnachten
- Sternsinger (6. Januar)
- Aschermittwoch, Fastenzeit
- Palmsonntag
- Ostern
- Pfingsten
- Fronleichnam, oft mit Prozession
- Abschiedsgottesdienst für die Schulkinder
Katholischer Kindergarten - Für wen eignet er sich?
Dass sich ein katholischer Kindergarten für katholisch getaufte Kinder anbietet, liegt auf der Hand. Aber auch Familien, die nicht katholisch sind, werden mit ihrem Betreuungswunsch von den Kindergärten in katholischer Trägerschaft keineswegs kategorisch abgelehnt. Grundsätzlich sind die Kindergärten offen für Kinder unterschiedlichster Religionen und Kulturen. Die grundlegenden Prinzipien des katholischen Glaubens sind aber dennoch immer wieder Gegenstand des Kindergartenalltags. Die Eltern sollten folglich zumindest damit leben können, dass ihre Kinder in einem solchen Kindergarten immer wieder mit dem katholischen Glauben konfrontiert werden. Wer dies kategorisch ablehnt, sollte vielleicht von einem katholischen Kindergarten Abstand nehmen und sich stattdessen nach anderen Kindergärten umschauen.
Obgleich viele Kindergärten in katholischer Trägerschaft eine kulturelle und religiöse Offenheit an den Tag legen, ist in manchen Einrichtungen die katholische Taufe des Kindes Voraussetzung für dessen Aufnahme. In solchen Fällen ist ein katholischer Kindergarten natürlich nur für den Nachwuchs katholischer Familien geeignet.
Ob und welche konkreten Aufnahmekriterien im katholischen Kindergarten existieren, ist stets bei der jeweiligen Kita zu erfragen. Eltern sollten folglich gegebenenfalls das Gespräch suchen und sich so vorab gründlich informieren. Bei dieser Gelegenheit gewinnen sie ohnehin einen ersten Eindruck und können sagen, ob der katholische Kindergarten in Betracht kommt oder nicht.
Katholisch, evangelisch oder kommunal?
| Katholisch | Evangelisch | Kommunal | |
|---|---|---|---|
| Träger | Kirchengemeinde, Kita-Zweckverband, Caritas | Kirchengemeinde, Diakonie | Stadt oder Gemeinde |
| Finanzierung | überwiegend Land und Kommune, dazu ein kirchlicher Eigenanteil | Land und Kommune | |
| Religion im Alltag | Gebet, Bibelgeschichten, Kirchenjahr mit Heiligenfesten | Gebet, Bibelgeschichten, Kirchenjahr | weltanschaulich neutral, Feste als Brauchtum |
| Aufnahme | meist offen für alle, teils zählt die Gemeindezugehörigkeit | nach den Kriterien der Kommune | |
| Elternbeitrag | meist nach derselben kommunalen Satzung, teils eigene Beitragsordnung des Trägers | ||
| Arbeitsrecht | kirchlich (Caritas-Richtlinien) | kirchlich (Diakonie-Richtlinien) | Tarifvertrag öffentlicher Dienst |
Ob konfessionslose Familien einen Platz bekommen, hängt vom Haus ab. Viele katholische Einrichtungen nehmen Kinder unabhängig von der Konfession auf, besonders dort, wo sie die einzige Einrichtung im Ort sind. Manche gewichten die Zugehörigkeit zur Gemeinde bei der Platzvergabe - fragen Sie danach, wenn Sie unsicher sind.
Beim Personal gilt kirchliches Arbeitsrecht. Für Eltern ist das vor allem in einer Hinsicht relevant: Fachkräfte werden nach kirchlichen Richtlinien bezahlt, die sich am öffentlichen Tarif orientieren, was sich auf die Stabilität des Teams auswirken kann. Seit 2023 ist die private Lebensführung der Beschäftigten weitgehend Privatsache.
Welche Trägerformen es sonst gibt, steht unter Kindergartenträger und private und freie Kindergärten.
Häufige Fragen
Muss mein Kind katholisch sein?
In der Regel nicht. Viele Einrichtungen nehmen unabhängig von der Konfession auf; einzelne gewichten die Gemeindezugehörigkeit bei der Vergabe.
Muss mein Kind an religiösen Angeboten teilnehmen?
Gebete und Feste gehören zum Alltag und sind Teil des Konzepts. Sprechen Sie vorab an, was für Sie passt - die meisten Häuser gehen damit pragmatisch um.
Kostet ein kirchlicher Kindergarten mehr?
Nein. Die Beiträge richten sich meist nach derselben kommunalen Satzung wie bei anderen Trägern.
