Kindergeldantrag

Die meisten Familien in Deutschland stellen auch einen Kindergeldantrag und wollen auf diese Art und Weise einen Anspruch auf Kindergeld geltend machen. Die deutsche Familienpolitik hat damit ein Instrument zur finanziellen Förderung von Familien geschaffen, das für einen Familienleistungsausgleich sorgen soll. Das Kindergeld kann als Sozialleistung und als Steuervergütung in Zusammenhang mit der Einkommensteuer in Erscheinung treten.

Als Teil des Familienleistungsausgleichs soll das Kindergeld für eine Freistellung des Existenzminimums des Kindes dienen. Insbesondere Eltern mit geringem Einkommen sollen so vom Kindergeld profitieren und auf diese Art und Weise finanziell entlastet werden. Als Sozialleistung soll das Kindergeld dazu beitragen, die verfassungsrechtlich garantierte Freistellung des Existenzminimums des Kindes sicherzustellen. Auf den ersten Blick wirkt dies vielleicht etwas komplex, weshalb sich Familien mit Kindern intensiv mit dem Thema Kindergeld auseinandersetzen sollten.

Der Anspruch auf Kindergeld

Vorrangig sollte erst einmal ergründet werden, ob überhaupt ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Grundsätzlich wird Kindergeld für alle minderjährigen Kinder gezahlt. Anspruchsberechtigt sind im Allgemeinen die Eltern, Adoptiveltern oder Pflegeeltern, in deren Haushalt das Kind lebt, wobei immer nur ein Elternteil Kindergeld beantragen kann. Mitunter kann dies auch für Stiefeltern und Großeltern gelten.

Wichtig ist dabei, dass der Antragsteller in Deutschland steuerpflichtig oder der deutschen Arbeitslosenversicherung entsprechend hierzulande versicherungspflichtig ist. Eine weitere Bedingung für den Anspruch auf Kindergeld ist, dass der Wohnort in Deutschland, dem EU-Ausland, Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz liegt.

Obgleich grundsätzlich die Eltern anspruchsberechtigt sind, können Kinder mitunter auch für sich selbst Kindergeld erhalten. Dies ist immer dann der Fall, wenn sie einen eigenen Haushalt führen und keinen Unterhalt seitens der Eltern erhalten.

Da zudem auch gewisse Altersgrenzen gelten, ist zu beachten, dass im Allgemeinen für die folgenden Personen Kindergeld gezahlt wird:

  • Minderjährige
  • erwerbslose Kinder unter 21 Jahren
  • Kinder unter 25 Jahren, die sich in Ausbildung oder auf Ausbildungssuche befinden
  • Kinder mit Behinderung

Höhe des Kindergeldes

Die Höhe des Kindergeldes hängt nicht wie andere Leistungen von den jeweiligen Einkommensverhältnissen ab, sondern ergibt sich aus einem gesetzlich definierten Pauschalbetrag. Dementsprechend werden ab 2018 für das erste und zweite Kind jeweils 194 Euro monatlich gezahlt. Für das dritte Kind beläuft sich das monatliche Kindergeld auf 200 Euro, während ab dem vierten Kind jeweils 225 Euro Kindergeld gezahlt wird.

Wenn es um die Auszahlung des Kindergeldes geht, ist nicht nur die Höhe relevant. Zugleich stellt sich auch die Frage, ob die Zahlung von Kindergeld gewährt wird oder stattdessen der steuerliche Abzug der Kinderfreibeträge erfolgt. Das Finanzamt nimmt eine solche Günstigerprüfung vor und ermittelt im Zuge dessen, welche Variante für die Einkommenssituation der Familie vorteilhafter ist.

Gesetzesgrundlage für das Kindergeld

Die gesetzlichen Grundlagen für den in Deutschland bestehenden Kindergeldanspruch finden sich einerseits im Bundeskindergeldgesetz, andererseits ist aber auch das Einkommensteuergesetz relevant. Dies ergibt sich aus dem Umstand, dass Kindergeld als Sozialleistung oder auch als Steuervorteil in Form von Kinderfreibeträgen gewährt werden kann. Dementsprechend sind das Einkommensteuergesetz und das Bundeskindergeldgesetz gleichermaßen von Bedeutung für das Kindergeld in der Bundesrepublik Deutschland.

Kindergeld beantragen

Eine automatische Zahlung des Kindergeldes erfolgt nicht, weshalb Eltern stets einen entsprechenden Antrag stellen müssen, um den betreffenden Anspruch geltend zu machen. Der ist stets an die örtlich zuständige Familienkasse zu richten, die eine Einrichtung der Agentur für Arbeit darstellt. Diese prüft dann die Voraussetzungen des Kindergeldanspruchs und zahlt dieses dann gegebenenfalls monatlich aus. Grundsätzlich sollten sich Eltern dabei nicht allzu viel Zeit lassen, denn das beantragte Kindergeld kann für höchstens sechs Monate rückwirkend gezahlt werden. Weiter zurückliegende Zeiträume werden folglich nicht berücksichtigt, unabhängig davon, ob die Voraussetzungen für einen Kindergeldanspruch vorlagen oder nicht. Wie lange es dann von der Antragstellung bis zum Bescheid der Familienkasse dauert, ist dahingegen irrelevant, da es ausschließlich auf den Zeitpunkt der Antragstellung ankommt.

Erforderliche Unterlagen für den Kindergeldantrag

Der obligatorische Kindergeldantrag kann gestellt werden, indem man das betreffende Formular ausfüllt und an die Familienkasse sendet. Darin sind zahlreiche Angaben zu machen, wie zum Beispiel die eigene Steuernummer sowie die Identifikationsnummer des betreffenden Kindes. Zudem bedarf es noch weiterer Unterlagen. In erster Linie ist eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde des Kindes beizufügen. Wer das Kind erst später in seinen Haushalt aufnimmt, muss stattdessen eine Haushaltsbescheinigung vorlegen. Im Falle volljähriger Kinder ist dem Kindergeldantrag zudem eine Schulbescheidung, eine Ausbildungsbescheinigung oder ein Studiennachweis beizulegen.