Kind mit 6 Jahren: Entwicklung, Schulstart und Wackelzahnpubertät
Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im November 2026
Sechs Jahre ist das Alter des großen Übergangs: Für die meisten Kinder endet die Kindergartenzeit, und die Schule beginnt. Viele sind stolz und voller Vorfreude, gleichzeitig werden manche wieder launisch, anhänglich oder bockig. Hier steht, was viele Sechsjährige können, was in diesem Jahr typisch ist und wie Sie Ihr Kind gut in die Schule begleiten.
Auf dieser Seite
- Was viele Kinder mit 6 Jahren können
- Wieder bockig: die „Wackelzahnpubertät“
- Bereit für die Schule?
- Abschied vom Kindergarten
- So begleiten Sie Ihr Kind im Alltag
- Wenn Sie unsicher sind
- Häufige Fragen
- Was sollte ein 6-jähriges Kind können?
- Mein Kind ist 6 und war früher ausgeglichener. Ist das normal?
- Wie lange kann sich ein 6-jähriges Kind konzentrieren?
- Muss mein Kind mit 6 eingeschult werden?
Was viele Kinder mit 6 Jahren können
| Bereich | Typisch zwischen 6 und 7 |
|---|---|
| Sprache | erzählt eine Geschichte in der richtigen Reihenfolge, hört Anfangslaute heraus, klatscht Silben, versteht Aufträge mit mehreren Schritten |
| Bewegung | fährt Rad ohne Stützräder, steht sicher auf einem Bein, macht den Hampelmann, fängt einen kleinen Ball |
| Stift und Hand | hält den Stift im Dreipunktgriff, schreibt oft den eigenen Namen, malt Bilder mit vielen Einzelheiten |
| Spiel und Freunde | hält sich an Spielregeln, kann meist verlieren, sucht sich Freunde nach gemeinsamen Interessen |
| Denken | zählt bis zwanzig und weiter, vergleicht Mengen, unterscheidet rechts und links zunehmend sicher |
| Selbstständigkeit | bindet eine Schleife, packt die eigene Tasche, fragt um Hilfe, wenn es nicht weiterkommt |
Den Überblick über alle Kindergartenjahre finden Sie unter Entwicklung im Kindergartenalter.
Wieder bockig: die „Wackelzahnpubertät“
Viele Eltern erleben um den sechsten Geburtstag eine Phase, die an die Trotzzeit erinnert. Das Kind ist launisch, widerspricht, weint schnell und will im nächsten Moment wieder getragen werden. Umgangssprachlich heißt das „Wackelzahnpubertät“. Dahinter steckt ein großer Entwicklungsschritt: Das Kind will groß sein, spürt aber auch, dass viel Neues auf es zukommt. Hilfreich sind dieselben Dinge wie in der Trotzphase: ruhig bleiben, Gefühle benennen, klare Grenzen und danach viel Nähe.
Bereit für die Schule?
Für die Schule zählt weniger, ob ein Kind schon lesen kann, als ob es zuhören, eine Weile bei einer Aufgabe bleiben, sich allein anziehen und mit anderen auskommen kann. Wie die Schule das prüft, steht unter Schuleingangsuntersuchung und Einschulungstest. Anregungen zum Üben finden Sie unter Vorschulübungen, und im kostenlosen Kurs Fit für die Schule planen Sie die letzten Monate Schritt für Schritt.
Abschied vom Kindergarten
Der letzte Sommer in der Kita ist für viele Kinder bewegend. Abschiedsfeste, das Übernachten in der Kita oder ein Freundebuch helfen, diesen Abschnitt bewusst zu beenden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es vermissen wird und worauf es sich freut. Halten Sie Kontakt zu Kita-Freunden, die auf eine andere Schule gehen, das erleichtert den Übergang.
So begleiten Sie Ihr Kind im Alltag
- Den Schulweg üben, mehrmals vor dem ersten Schultag und zur gleichen Uhrzeit.
- Selbstständigkeit stärken: Tasche packen, Jacke aufhängen, Brotdose öffnen und schließen.
- Uhrzeit und Zeitgefühl: volle und halbe Stunden auf der Uhr, siehe Uhr lernen.
- Vorlesen bleibt wichtig, auch wenn das Kind bald selbst liest. Längere Geschichten über mehrere Abende üben das Zuhören.
- Viel Bewegung und Pausen: Nach dem Schulstart sind Kinder oft sehr müde. Planen Sie die ersten Wochen ohne viele Termine.
- Zuversicht zeigen: Sprechen Sie positiv über die Schule und vermeiden Sie Sätze wie „In der Schule ist der Spaß vorbei.“
Wenn Sie unsicher sind
Sind Sie unsicher, ob Ihr Kind schon bereit für die Schule ist, sprechen Sie zuerst mit der Kita und dann mit der Schule. Je nach Bundesland lässt sich der Schulstart aus wichtigen Gründen verschieben, oder das Kind bekommt in der Schuleingangsphase mehr Zeit und Unterstützung. Die Schule informiert Sie, was in Ihrem Land gilt.
Häufige Fragen
Was sollte ein 6-jähriges Kind können?
Viele Sechsjährige halten den Stift richtig, schreiben ihren Namen, fahren Rad, binden eine Schleife, halten sich an Spielregeln und können eine Weile bei einer Aufgabe bleiben. Lesen und Rechnen gehören noch nicht dazu.
Mein Kind ist 6 und war früher ausgeglichener. Ist das normal?
Ja. Um den sechsten Geburtstag erleben viele Familien eine unruhige Phase mit Launen und Widerspruch. Sie geht meist nach einigen Monaten vorbei, oft wenn das Kind in der Schule angekommen ist.
Wie lange kann sich ein 6-jähriges Kind konzentrieren?
Bei einer vorgegebenen Aufgabe oft 15 bis 20 Minuten, bei einer Lieblingsbeschäftigung deutlich länger. Deshalb wechseln sich in der ersten Klasse Arbeits- und Bewegungsphasen ab.
Muss mein Kind mit 6 eingeschult werden?
Schulpflichtig wird ein Kind, wenn es bis zum Stichtag seines Landes sechs Jahre alt ist. Ob und wann eine Zurückstellung möglich ist, legt jedes Bundesland selbst fest, teils nur aus gesundheitlichen Gründen.
