Evangelischer Kindergarten: Konzept, Aufnahme und Kosten
Von der kindergarten.info-Redaktion · veröffentlicht im August 2026 · zuletzt bearbeitet im Oktober 2026
Mehr als jede vierte Kita in Deutschland ist in kirchlicher Hand, ein großer Teil davon evangelisch. Träger sind Kirchengemeinden, Kirchenkreise oder die Diakonie. Für Eltern stellen sich dann Fragen: Muss man selbst evangelisch sein? Wie viel Religion steckt im Alltag? Und was bedeutet das kirchliche Arbeitsrecht für die Fachkräfte?
Auf dieser Seite
Was macht einen evangelischen Kindergarten aus?
- Religionspädagogik im Alltag: biblische Geschichten, Lieder, Tischgebet, Gespräche über große Fragen wie „Wo ist Oma jetzt?“
- Das Kirchenjahr: Erntedank, Sankt Martin, Advent, Weihnachten, Ostern, oft mit Familiengottesdiensten
- Verbindung zur Gemeinde: Besuche der Pfarrerin oder des Pfarrers, Kirche als Ort, Gemeindefeste
- Werte: Nächstenliebe, Achtung vor jedem Menschen, Bewahrung der Schöpfung
- Pädagogik: Ansonsten arbeiten evangelische Kitas nach den Bildungsplänen der Länder, oft offen, situationsorientiert oder mit eigenem Schwerpunkt.
Müssen wir evangelisch sein?
In der Regel nein. Evangelische Kitas nehmen Kinder jeder oder keiner Konfession auf. Bei knappen Plätzen bevorzugen manche Träger Kinder aus der Gemeinde oder Geschwisterkinder. Das steht in den Aufnahmekriterien, die jede Kita offenlegen sollte. Erwartet wird, dass Eltern die religiöse Ausrichtung mittragen. Die Kinder nehmen an Gebeten und Festen teil, ohne dass jemand missioniert wird.
| evangelisch | katholisch | kommunal | |
|---|---|---|---|
| Träger | Kirchengemeinde, Diakonie | Pfarrei, Caritas | Stadt oder Gemeinde |
| Religion im Alltag | ja, christlich-evangelisch | ja, christlich-katholisch | weltanschaulich neutral |
| Beiträge | in der Regel nach der Satzung der Kommune, gleich hoch | ||
| Aufnahme | offen für alle; bei Platzmangel eigene Vergabekriterien | ||
Kosten
Kirchliche Kitas sind Teil der öffentlichen Kindertagesbetreuung und werden zum größten Teil aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die Elternbeiträge richten sich fast immer nach der Satzung der Stadt oder Gemeinde und sind damit genauso hoch wie in einer kommunalen Kita. Was Kitas in den einzelnen Ländern kosten, steht auf der Seite Was kostet ein Kindergartenplatz?
Arbeiten im evangelischen Kindergarten
Für Fachkräfte gilt das kirchliche Arbeitsrecht. Bezahlt wird meist nach eigenen Tarifen (AVR Diakonie oder Tarifverträge der Landeskirchen), die sich am TVöD SuE orientieren. Die Anforderungen an die Kirchenmitgliedschaft wurden in den letzten Jahren deutlich gelockert. Viele evangelische Träger stellen auch Fachkräfte anderer Konfessionen oder ohne Konfession ein. Aktuelle Stellen stehen in der Stellenbörse.
Zum Vergleich: Kindergarten in katholischer Trägerschaft, Kindergartenträger im Überblick und private und freie Kindergärten.
Häufige Fragen
Muss mein Kind getauft sein, um in einen evangelischen Kindergarten zu gehen?
Nein. Evangelische Kitas stehen Kindern aller Konfessionen offen. Bei knappen Plätzen kann die Gemeindezugehörigkeit ein Kriterium sein.
Ist ein evangelischer Kindergarten teurer?
In der Regel nicht. Die Beiträge richten sich meist nach der Satzung der Kommune, wie bei städtischen Kitas.
Wie viel Religion gibt es im Alltag?
Je nach Kita unterschiedlich viel: meist Tischgebet, biblische Geschichten, Lieder und die Feste des Kirchenjahres. Fragen Sie beim Besuch konkret nach.
