Fingerspiele für Kindergarten und Krippe: Texte mit Bewegungen

Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im November 2026

„Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen …“: Viele Erwachsene haben diesen Vers noch im Ohr, obwohl sie ihn seit Jahrzehnten nicht gehört haben. Fingerspiele bleiben hängen. Sie brauchen kein Material, passen in jede Wartezeit und funktionieren mit einem Baby auf dem Schoß genauso wie mit zwanzig Kindern im Morgenkreis. Hier finden Sie die bekanntesten Klassiker mit Text und Bewegung, neue Verse für die Jahreszeiten und Tipps, wie das Vorspielen gelingt.

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Warum Fingerspiele so viel bewirken

  • Sprache: Reim und Rhythmus helfen, Wörter zu behalten. Kinder hören, wie Sprache klingt, lange bevor sie selbst alles sprechen.
  • Feinmotorik: Einzelne Finger zu bewegen, ist für kleine Hände schwer. Fingerspiele üben das nebenbei, eine gute Grundlage für das Halten eines Stifts.
  • Zählen: Viele Verse arbeiten mit fünf oder zehn Fingern. Mengen werden so greifbar.
  • Nähe und Ruhe: Ein vertrautes Fingerspiel tröstet, holt eine unruhige Gruppe zusammen und macht Übergänge leichter, etwa vor dem Essen.

Aktive und passive Fingerspiele

Bei passiven Fingerspielen spielt der Erwachsene am Kind: Er krabbelt mit den Fingern den Arm hinauf oder tippt die Fingerchen einzeln an. Das passt für Babys und Krippenkinder. Bei aktiven Fingerspielen macht das Kind die Bewegungen selbst mit. Das gelingt meist ab etwa drei Jahren, erst grob, mit der Zeit immer genauer.


Fingerspiele für Babys und die Krippe

Die folgenden Verse sind überlieferte Volksreime. Von vielen gibt es mehrere Fassungen, hier steht jeweils eine verbreitete.

Das ist der Daumen

TextBewegung
Das ist der Daumen,Daumen des Kindes antippen oder sanft wackeln
der schüttelt die Pflaumen,Zeigefinger
der hebt sie auf,Mittelfinger
der trägt sie nach Haus,Ringfinger
und der Kleine isst sie alle auf.kleinen Finger wackeln, dann in die Hand kitzeln

Kommt ein Mann die Treppe rauf

TextBewegung
Kommt ein Mann die Treppe rauf,mit zwei Fingern den Arm hinaufkrabbeln
klopft an,sanft an die Stirn klopfen
klingelingeling,leicht am Ohrläppchen zupfen
„Guten Tag, Herr Nasemann!“Nasenspitze antippen

Backe, backe Kuchen

TextBewegung
Backe, backe Kuchen, der Bäcker hat gerufen.im Takt in die Hände klatschen
Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen:weiter klatschen
Eier und Schmalz, Butter und Salz, Milch und Mehl,bei jeder Zutat so tun, als würde man sie in eine Schüssel geben
Safran macht den Kuchen gehl.rühren
Schieb, schieb in’n Ofen ’nein!mit beiden Händen nach vorn schieben

Es war einmal ein Männchen

TextBewegung
Es war einmal ein Männchen,Zeigefinger hochhalten
das kroch in ein Kännchen,Finger in die andere, locker geschlossene Faust stecken
dann kroch es wieder raus,Finger herausziehen
da war die Geschichte aus.Finger verstecken, Hände öffnen

Fingerspiele für den Kindergarten

Ab drei machen Kinder selbst mit. Diese drei Klassiker gehören in fast jeden Morgenkreis.

Himpelchen und Pimpelchen

TextBewegung
Himpelchen und Pimpelchen stiegen auf einen Berg.beide Daumen klettern abwechselnd nach oben
Himpelchen war ein Heinzelmann und Pimpelchen ein Zwerg.erst den einen, dann den anderen Daumen wackeln
Sie blieben lange oben sitzen und wackelten mit den Zipfelmützen.Daumen oben wackeln lassen
Doch nach fünfundsiebzig Wochen sind sie in den Berg gekrochen,Daumen in die Fäuste stecken
schlafen da in guter Ruh. Seid mal still und hört gut zu!Fäuste an die Wange legen, leise schnarchen

Zehn kleine Zappelmänner

TextBewegung
Zehn kleine Zappelmänner zappeln hin und her,alle Finger zappeln, Hände nach links und rechts
zehn kleinen Zappelmännern fällt das gar nicht schwer.weiterzappeln
Zehn kleine Zappelmänner zappeln auf und nieder,Hände hoch und runter
zehn kleine Zappelmänner tun das immer wieder.weiterzappeln
Zehn kleine Zappelmänner zappeln rundherum,Hände kreisen
zehn kleine Zappelmänner sind gar nicht dumm.mit dem Zeigefinger an die Stirn tippen
Zehn kleine Zappelmänner kriechen ins Versteck,Hände hinter dem Rücken verstecken
zehn kleine Zappelmänner sind auf einmal weg.Pause, dann die Hände wieder hervorholen

Steigt ein Büblein auf den Baum

TextBewegung
Steigt ein Büblein auf den Baum,zwei Finger klettern den anderen Arm hinauf
ach so hoch, man sieht es kaum.Hand über die Augen, nach oben schauen
Hüpft von Ast zu Ästchen,Finger hüpfen in kleinen Sprüngen
schaut ins Vogelnestchen.Hand zum Nest formen, hineinschauen
Ui, da lacht es,lachen
hui, da kracht es,in die Hände klatschen
plumps, da liegt es unten.Hände auf die Knie fallen lassen

Neue Fingerspiele für die Jahreszeiten

Die folgenden vier Verse hat die Redaktion von kindergarten.info geschrieben. Sie dürfen sie in Familie, Kita und Krippe frei verwenden.

Herbst: Der Wind

TextBewegung
Der Wind, der Wind, der weht so sehr,mit den Händen fächeln, pusten
er bläst die Blätter hin und her.Hände mit flatternden Fingern nach links und rechts
Sie tanzen, wirbeln, drehn sich sacht,Hände drehen sich langsam nach unten
dann liegen sie ganz still. Gut Nacht!Hände flach auf den Boden oder die Knie legen

Winter: Fünf Flocken

TextBewegung
Fünf Flocken fallen aus der Höh,Hand von oben herab rieseln lassen
die erste ruft: „Ich bin der Schnee!“Daumen zeigen
Die zweite landet auf dem Haus,Zeigefinger auf ein Dach aus der anderen Hand setzen
die dritte ruht im Garten aus,Mittelfinger auf das Knie legen
die vierte setzt sich auf den Hut,Ringfinger auf den Kopf
die fünfte sagt: „Hier geht’s mir gut!“kleinen Finger an die Nase
Dann scheint die Sonne warm und hell,mit den Armen einen großen Kreis malen
und alle Flocken schmelzen schnell.Finger langsam in die Faust ziehen

Advent: Vier Lichter

TextBewegung
Ein Lichtlein brennt am Adventskranz,Daumen hochhalten
das zweite tanzt im Kerzenglanz,Zeigefinger dazu, leicht wackeln
das dritte leuchtet warm und hell,Mittelfinger dazu
das vierte kommt dazu ganz schnell.Ringfinger schnell dazu
Vier Lichter strahlen, eins, zwei, drei, vier:Finger einzeln zählen
Bald klopft die Weihnacht an die Tür!mit der Faust in die Luft klopfen

Frühling: Das Samenkorn

TextBewegung
Ein Samenkorn, ganz klein und rund,eine Faust machen
schläft tief im dunklen Erdengrund.die andere Hand deckt die Faust zu
Der Regen tropft ganz leis aufs Dach,mit den Fingern auf die Faust tippen
die Sonne kitzelt: „Werd jetzt wach!“die Faust sanft kitzeln
Da streckt es sich und wächst hinaus,die Faust öffnet sich langsam, die Hand wächst nach oben
und eine Blume schaut heraus!Finger weit spreizen wie Blütenblätter

So gelingt das Vorspielen

  • Langsam sprechen und die Bewegungen deutlich zeigen. Kinder machen nach, was sie sehen.
  • Wiederholen: Dasselbe Spiel eine Woche lang jeden Tag. Erst beim fünften Mal sprechen die Kinder mit, und dann wollen sie es immer wieder.
  • Vor der Pointe kurz warten: „… und der Kleine isst sie …“ Die Spannung ist das Schönste.
  • Mit der Stimme spielen: laut und leise, schnell und langsam. Bei „Himpelchen und Pimpelchen“ zum Schluss flüstern.
  • Nicht korrigieren: Ob ein Kind den richtigen Finger erwischt, ist egal. Es geht ums Mitmachen.
  • Für Fachkräfte: Ein festes Fingerspiel für jeden Übergang, etwa vor dem Essen oder zum Aufräumen, gibt der Gruppe Halt. Das klappt besser als jedes Rufen.

Fingerspiele sind ein Baustein der Sprachförderung. Weitere Spiele für jeden Tag gibt es im kostenlosen Kurs Sprache im Alltag fördern, Hintergründe unter Sprachförderung in der Kita. Wer die Hand gezielt aufs Schreiben vorbereiten will, findet Arbeitsblätter unter Vorschulübungen.


Häufige Fragen

Ab welchem Alter sind Fingerspiele geeignet?

Schon für Babys ab wenigen Monaten, dann spielt der Erwachsene am Kind. Ab etwa drei Jahren machen Kinder die Bewegungen selbst mit.

Was ist der Unterschied zwischen einem Fingerspiel und einem Kniereiter?

Beim Fingerspiel bewegen sich vor allem Finger und Hände. Beim Kniereiter wie „Hoppe, hoppe Reiter“ sitzt das Kind auf den Knien des Erwachsenen und wird im Takt geschaukelt.

Wie viele Fingerspiele sollte ein Kind kennen?

Wenige, die gut sitzen, sind mehr wert als viele neue. Zwei, drei feste Spiele, ab und zu ein neues für die Jahreszeit, das reicht.

Darf ich die Verse in der Kita verwenden?

Die Klassiker auf dieser Seite sind überlieferte Volksreime und frei. Die vier Jahreszeiten-Verse stammen von unserer Redaktion und dürfen in Familie, Kita und Krippe frei genutzt werden.