Schleife binden lernen: zwei Methoden, die Kinder schaffen

Von der kindergarten.info-Redaktion · zuletzt bearbeitet im November 2026

Klettverschlüsse machen den Alltag leicht. Irgendwann kommen aber Schuhe mit Schnürsenkeln, und dann steht man jeden Morgen gebückt im Flur. Das Schleifebinden ist eine echte Aufgabe für kleine Finger: Es verlangt Kraft, Geschick und die richtige Reihenfolge. Mit einer passenden Methode und ruhigen Übungszeiten schaffen es fast alle Kinder. Hier stehen zwei Wege und Tricks, die beim Lernen helfen.

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Ab wann können Kinder eine Schleife binden?

Die meisten Kinder lernen es zwischen fünf und sieben Jahren. Voraussetzung ist, dass die Finger zwei Dinge gleichzeitig tun können: festhalten und herumführen. Ein gutes Zeichen ist, wenn Ihr Kind schon einen einfachen Knoten schafft oder gern mit Schnüren fädelt. Vor der Schule muss es das nicht können. In vielen Familien gibt es bis in die erste Klasse noch Klettschuhe für den Alltag.


Methode 1: Hasenohren

Die Methode für Anfänger. Beide Schlaufen entstehen getrennt, dadurch muss das Kind nur zwei einfache Bewegungen können.

  1. Grundknoten: Beide Senkel überkreuzen, ein Ende unter dem anderen durchstecken, festziehen. „Die Schlange kriecht durch den Tunnel.“
  2. Zwei Ohren formen: Aus jedem Senkel eine Schlaufe machen und zwischen Daumen und Zeigefinger halten. Das sind die Hasenohren.
  3. Ohren überkreuzen: Die beiden Schlaufen übereinanderlegen.
  4. Durchstecken: Ein Ohr unter dem anderen durch das entstandene Loch schieben, wie beim Grundknoten.
  5. Festziehen: An beiden Ohren gleichzeitig ziehen. Fertig.

Ein Merkvers hilft beim Üben: „Zwei Hasenohren, groß und lang, die halten sich ganz feste an. Das eine kriecht ins Loch hinein, und zieh! So soll die Schleife sein.“ Der Vers stammt von der Redaktion und darf frei genutzt werden.


Methode 2: Die klassische Schlaufe

So binden die meisten Erwachsenen. Sie ist schneller, verlangt aber mehr Fingerspiel.

  1. Grundknoten wie oben.
  2. Eine Schlaufe: Mit einem Senkel eine Schlaufe formen und festhalten.
  3. Herumwickeln: Den zweiten Senkel einmal um die Schlaufe herumführen.
  4. Durchschieben: Den zweiten Senkel durch das entstandene Loch zu einer neuen Schlaufe drücken.
  5. Festziehen: Beide Schlaufen greifen und auseinanderziehen.

Linkshänder: Zeigen Sie die Bewegung spiegelverkehrt oder setzen Sie sich dem Kind gegenüber. Ein linkshändiger Erwachsener in der Familie ist hier der beste Lehrer.


Tricks, die das Lernen leichter machen

  • Zweifarbige Senkel: Eine Hälfte rot, eine blau. Dann heißt es: „Der rote kriecht unter dem blauen durch.“ Einfach zwei halbe Senkel verschiedener Farbe zusammenknoten.
  • Am Tisch üben: Ein alter Schuh auf dem Tisch oder ein Pappschuh mit Löchern zum Fädeln. Im Sitzen sieht das Kind seine Hände besser.
  • Dickere Schnur: Flache, etwas dickere Senkel rutschen nicht so leicht aus den Fingern.
  • Erst die Hälfte: Das Kind macht den Grundknoten, Sie die Schleife. Später umgekehrt.
  • Kurz und oft: Fünf Minuten am Abend bringen mehr als eine halbe Stunde am Wochenende.
  • Nicht morgens: Unter Zeitdruck kommt Frust. Morgens dürfen Sie helfen.
  • Doppelknoten zum Schluss: Damit sich die Schleife in der Kita nicht dauernd öffnet.

Schleifebinden gehört zu den Dingen, die vor der Schule nebenbei geübt werden. Mehr dazu unter Vorschulübungen.


Häufige Fragen

Muss mein Kind bei der Einschulung Schuhe binden können?

Nein. Es ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Klettschuhe sind in der ersten Klasse weiterhin üblich.

Welche Methode ist besser?

Für Anfänger die Hasenohren. Viele Kinder wechseln später von selbst zur klassischen Schlaufe, weil sie schneller geht.

Mein Kind gibt schnell auf. Was tun?

Pause machen und später wieder probieren. Lob für jeden Teilschritt hilft, etwa schon für den Grundknoten. Viele Kinder schaffen es nach Wochen plötzlich auf einmal.