Partizipation in der Kita: Bedeutung, Stufen und Beispiele

Von der kindergarten.info-Redaktion · veröffentlicht im August 2026 · zuletzt bearbeitet im Oktober 2026

Partizipation heißt Beteiligung: Kinder entscheiden in der Kita mit, über Dinge, die sie betreffen. Was gespielt wird, wer neben wem sitzt, wie der Raum umgestaltet wird, welche Regeln gelten. Das ist kein pädagogischer Luxus. Seit 2012 ist es gesetzlich vorgeschrieben: Eine Kita bekommt nur eine Betriebserlaubnis, wenn sie Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder sicherstellt (§ 45 SGB VIII).

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Warum Kinder mitbestimmen sollen

  • Kinderrechte: Die UN-Kinderrechtskonvention gibt Kindern das Recht, gehört zu werden (Art. 12).
  • Demokratie lernen: Wer früh erlebt, dass die eigene Meinung zählt, lernt zuzuhören, abzuwägen und Kompromisse zu finden.
  • Selbstwirksamkeit: Kinder erfahren, dass sie etwas bewirken können. Das stärkt Selbstvertrauen und Resilienz.
  • Kinderschutz: Kinder, die sich beschweren dürfen, sprechen auch eher an, wenn ihnen etwas nicht guttut.

Stufen der Beteiligung

StufeBedeutungBeispiel
InformierenKinder erfahren, was passiert und warumHeute kommt die Zahnärztin, deshalb …
MitsprechenKinder werden gefragt, Erwachsene entscheidenWelche Ideen habt ihr für das Sommerfest?
MitentscheidenKinder und Erwachsene entscheiden gemeinsamAbstimmung im Morgenkreis über das Ausflugsziel
Selbst entscheidenKinder bestimmen alleinWas und wie viel ich esse, mit wem ich spiele

Partizipation im Kita-Alltag

  • Kinderkonferenz oder Kinderrat: regelmäßige Runde, in der Themen besprochen und abgestimmt werden
  • Essen: Kinder nehmen sich selbst, entscheiden über die Menge, niemand muss aufessen.
  • Raumgestaltung: Kinder planen mit, wie eine Ecke umgebaut wird.
  • Abstimmen mit Muggelsteinen oder Klebepunkten, auch für die Jüngsten möglich
  • Beschwerdeverfahren: feste Wege, wie Kinder Kritik äußern können, zum Beispiel eine Sorgenbox mit Bildkarten
  • Kita-Verfassung: Das Team legt schriftlich fest, worüber Kinder mitentscheiden und wo Erwachsene allein entscheiden.

Was Partizipation nicht heißt: Kinder entscheiden nicht alles. Fragen der Sicherheit und Gesundheit bleiben bei den Erwachsenen. Wichtig ist, dass Kinder wissen, wo sie mitbestimmen dürfen, und dass diese Zusage dann auch gilt.

Partizipation ist Teil vieler pädagogischer Ansätze, besonders der offenen Arbeit, des Situationsansatzes und der Reggio-Pädagogik. Einen Überblick bietet die Seite Kindergartenkonzepte im Überblick.

Stand: Oktober 2026. Rechtsgrundlage: § 45 Abs. 2 Nr. 4 SGB VIII (Beteiligung und Beschwerdeverfahren als Voraussetzung der Betriebserlaubnis), § 8 SGB VIII, Art. 12 UN-Kinderrechtskonvention.


Häufige Fragen

Was bedeutet Partizipation in der Kita?

Kinder werden an Entscheidungen beteiligt, die ihren Alltag betreffen, vom Essen über Spielideen bis zu Regeln und Raumgestaltung.

Ist Partizipation in der Kita Pflicht?

Ja. Seit 2012 gehören Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten für Kinder zu den Voraussetzungen für die Betriebserlaubnis (§ 45 SGB VIII).

Können auch Krippenkinder mitbestimmen?

Ja, über Gesten, Mimik und einfache Wahlmöglichkeiten: Welches Buch, welcher Becher, ob ich gewickelt werden möchte und von wem.